Zum Treffen der AfD-HardlinerInnen in Burladingen am 9. Februar 2019

Während es am 9. Februar 2019 in Burladingen vor der Stadthalle hieß „AfD – Rassistenpack, wir haben Dich zum kotzen satt!“, wurden drinnen beraten, wie man die Partei noch weiter nach rechts verschieben könne. Hier trafen sich am Samstag 14 bis 17.30 Uhr etwa 250 WutbürgerInnen in der AfD.
Trotz der „Höcke“-Rufe zu Veranstaltungsbeginn handelte es um keine offizielle Veranstaltung von „Der Flügel“, also der Strömung um Björn Höcke. Ausgerichtet wurde die „Dialogveranstaltung über die Zukunft Deutschlands und unserer Partei“ von den InitiatorInnen der „Stuttgarter Erklärung“ in der AfD, die sich gegen Parteiausschlüsse richtet.
AfD in Burladinger Stadthalle
Per Livestream konnte man sich einen Eindruck davon verschaffen, wie die Abgehängten in der rechtspopulistischen Partei so drauf waren. Sie entpuppten sich als ziemlicher Narrensaum, der mit seinen Streitereien in der Partei und Klagen gegen den eigenen Vorstand das eigene Projekt torpediert. Da wurde viel dreckige Wäsche gewaschen.
Dem Zuschauer boten sich Redebeiträge, die irgendwo zwischen Realsatire und Ohrenbluten anzusiedeln sind.

Zu Beginn verkündete die baden-württembergische Landtagsabgeordnete Christina Baum ihren „ganz besonderen Gruß“ an die „Burladinger Stadtverwaltung und Harry Ebert“.

Dann trat der Moderator Jürgen Elsässer auf, der meinte, es täte ihm als gebürtigen Pforzheimer „in der Seele weh, wenn Städte wie Pforzheim zu islamisch besetzten Zonen werden“.

Danach trat der baden-württembergische Landtagsabgeordnete Stefan Räpple auf, der seinen Parteifreund Wolfgang Gedeon verteidigte: „Wolfgang Gedeon ist kein Antisemit. Und dafür stehe ich!“
Weiter meinte er: „Wer die Altparteien wählt den Untergang Deutschlands!“
Außerdem rief er dazu auf den eigenen Landesvorstand abzuwählen. Warum? Weil dieser ein Ausschlussverfahren gegen Räpple angestrengt hat, dem jetzt deswegen das Wasser bis zum Hals steht. Er nannte das Verfahren einen „Vernichtungsfeldzug gegen meine Person“.

Die schleswig-holsteinische Landtagsabgeordnete Doris von Sayn-Wittgenstein beklagte sich, von der „Holocaustkeule“ überraschend getroffen worden zu sein und schimpfte über die Medien als „Feindpresse“.
Sayn-Wittgenstein hat derzeit sogar eine Anzeige wegen Nötigung und Verleumdung gegen Mitglieder des AfD-Bundesvorstandes erstattet.

So ging es in einer Tour munter weiter. Die Abgehängten in der AfD beklagten viel und lamentierten. Im Gegensatz zu dem Flügel um Höcke fehlt dieser Ansammlung aber Disziplin und Kontur. Sie sind in Machtkämpfe verstrickt, die sie derzeit verlieren. Die Hoffnung aus der bundesweiten Versammlung von Abgehängten in ihrer eigenen Partei eine starke Unterstützungsbasis zu formen, war von Beginn an zum Scheitern verurteilt. Zu wirr und realitätsfern waren diese AfD-Ultras. Mit Höcke teilen sie viele Inhalte, z.B. das Verständnis der AfD als Bewegungspartei, aber es fehlt ihnen an Disziplin und Unterordnung.

- Anwesende AfD-Landtagsabgeordnete: Jessica Bießmann (Berlin), Stefan Räpple (BaWü), Christina Baum (BaWü), Doris von Sayn-Wittgenstein (Schleswig-Holstein), Jens Ahnemüller (Rheinland-Pfalz), Gabriele Bublies-Leifert (Rheinland-Pfalz)
- Mitveranstalter: Eugen Ciresa
- Diskussionleitung: Jürgen Elsässer