Vorläufige Auswertung der Proteste gegen die AfD in Burladingen

Am 9. Februar 2019 tagten die HardlinerInnen der AfD in der Burladinger Stadthalle. Die Veranstaltung war kurzfristig von Ulm nach Burladingen verlegt worden. Dies geschah auf Grund einer Absage durch die Stadt. Sicherlich verbanden die OrganisatorInnen damit aber auch die Hoffnung sich im kleinen Burladingen ungestört treffen zu können, denn in Ulm wurden schon seit Wochen Gegenproteste organisiert.
Doch auch in Burladingen wurden solche innerhalb weniger Tage auf die Beine gestellt. Das Bündnis „Burladingen bleibt bunt“ organisierte einen ökumenischen Gottesdienst und einen Infostand auf dem Rathausplatz, der aber leider bereits vor 12 Uhr wieder abgebaut wurde.
So existierte kein offizieller Anlaufpunkt für Menschen, die ihren Protest gegen die AfD ausdrücken wollten.
Die Alboffensive hatte sich dagegen entschieden selbst eine Kundgebung anzumelden, weil dann die Daten des/der Anmelder*in sich im Besitz einer Behörde befunden hätten, an deren Spitze sich mit Harry Ebert ein AfD-Mitglied befindet. Dafür bitten wir um Verständnis.
Im Gegensatz zu dem kurzlebigen Infostand fanden wir den Aufruf des Bündnis „Burladingen bleibt bunt“ zum Protestparken sehr begrüßenswert und kreativ. Das Bündnis hatte dazu aufgerufen, Fahrzeuge auf möglichen Parkplätzen für TeilnehmerInnen an der der AfD-Veranstaltung zuzuparken und das auch mit einem Flyer mit der Aufschrift „Ihr seid nicht willkommen“ an der Windschutzscheibe kenntlich zu machen.

Obwohl es also keine angemeldete Gegen-Kundgebung gab, sammelten sich im Verlauf des Samstags knapp 150 Menschen direkt vor den Polizei-Sperrgittern der Burladinger Stadthalle, um ihren Protest gegen die AfD-Veranstaltung auszudrücken.
AfD-Demo in Burladingen
Es war eine bunte Mischung von örtlichen Jugendlichen und Erwachsenen, Vertreter*innen von Gewerkschaften und Parteien wie der SPD und aus Städten wie Tübingen oder Ravensburg angereisten organisierten Antifaschist*innen.
Mindestens die Hälfte der Protestierenden kam aus dem Zollernalbkreis und es bestanden keine erkennbaren Vorbehalte zwischen eher autonomen und eher bürgerlichen AfD-Gegner*innen.
Diese Vorbehalte wurden im Vornherein leider auch von dem Ortsverband der Grünen explizit geschürt als dieser appellierte sich nicht an direkten Protesten zu beteiligen. Die Burladinger Grünen können das ja für sich gerne so handhaben, müssen es aber nicht als öffentlichen Appell verbreiten. Jedenfalls bewies damit der Grünen-Ortsverband eine peinliche Geschichtsvergessenheit in Bezug auf die eigene Parteigeschichte. Die Grünen sind aus einer ökologischen Protestbewegung entstanden und ohne die Demonstrationen im Wendland und anderswo hätten sie nie solchen Erfolg gehabt.

Die Alboffensive hielt spontan einen – ursprünglich für den Infostand verfassten – Redebeitrag mit dem Titel „Immer wieder Burladingen!“, in dem wir auf den rechten Hochburg-Charakter aufmerksam machten. Der Beitrag kann hier nachgelesen werden.
In dieser Einschätzung wurden wir prompt wieder bestätigt. Ein Auto mit Balinger Nummernschild und mehreren mutmaßlichen Neonazis fuhr mehrfach an den abreisenden Demonstrant*innen vorbei und es wurde „Haut ab aus Burladingen!“ aus dem geöffneten Fenster geschrien.
Auch direkt an den Protestierenden vor der Stadthalle lungerte eine Gruppe von vier älteren Männern, von denen mindestens einer dem Reichsbürger-Spektrum zuzurechnen ist, herum, bis sie weggeschickt wurden.

Fazit: Deutliches Zeichen gesetzt!
Wir von der Alboffensive ziehen insgesamt ein positives Fazit der Proteste. Es wurde ein deutliches Zeichen gesetzt. Auch in Burladingen erfährt die AfD Gegenwind und das war wichtig. Ohne vernehmbaren Gegenprotest besteht die Gefahr das die Stadthalle ein dauerhafter Veranstaltungsort für die AfD wird, protegiert vom AfD-Bürgermeister.
Ebert raus!
Ein dickes Dankeschön geht an die Bürger*innen von Burladingen und an die von weiter Angereisten, die sich nicht von einer Teilnahme abschrecken lassen haben!!!


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