Archiv für Juli 2015

Aktuelle Chronik

(unvollständige) Chronologie rechter Umtriebe im Zollern-Alb-Kreis
Eine unvollständige Chronologie rechter und rassistischer Aktivitäten in der Region Zollernalb:

2015
Vom 27. auf den 28. April 2015 wurden in Burladingen von Unbekannten rechte Parolen auf Gebäude wie das Rathaus, das Kino sowie den Polizeiposten gesprüht.
Den Schaden beziffert die Polizei auf mehrere tausend Euro.

Ende April 2015 war unter einer Brücke am Ortseingang von Burladingen gut sichtbar ein Hakenkreuz gesprüht, was mindestens eine Woche lang nicht beseitigt wurde.

Mitglieder des AfD-Kreisverbandes Zollernalb nahmen am 19. April 2015 an der PEGIDA-Demonstration in Villingen teil.

Infolge der einer landesweiten Fahndungs-Aktion gegen Einbrecherbanden kam es offenbar am 1. Februar 2015 im Burladinger Teilort Hausen (Zollernalbkreis) zu einer offenbar rassistisch motivierten Hetzjagd. Das „Schwäbische Tagblatt“ berichtete: „Am frühen Sonntagabend war einem Anwohner in der Dämmerung eine Gruppe von acht Personen aufgefallen, die ihm verdächtig vorkam – unter anderem, weil sie einen Koffer dabeihatten. Ohne lange zu fackeln, trommelte der Mann die Nachbarschaft zusammen; mit Stecken und Schneeschaufeln „bewaffnet“, zog eine zwölfköpfige Gruppe los Richtung Waldrand, um die vermeintlich Verdächtigen zu jagen – durch den Wald, durchs Dorf und durch ein Bachbett. Der örtliche Schneeräumer half dabei mit seinem Traktor, die Szenerie auszuleuchten. Je mehr die Gejagten Fersengeld gaben, desto mehr sahen sich die Jäger bestätigt.
Parallel dazu riefen die Anwohner die Polizei. Die stellte schließlich einige der Gejagten in der Nähe der Ortsmitte. Im Zuge der Personenkontrolle stellte sich jedoch rasch heraus, dass der Verdacht ein falscher gewesen war. „Es gab keine Festnahmen“, sagt Dieter Popp, Sprecher des Polizeipräsidiums Tuttlingen. Es hätten sich keine Verdachtsmomente ergeben. Bei den Verfolgten soll es sich „um ausländische Mitbürger“ gehandelt haben, „teils mit Wohnsitz in Hausen, teils Besucher“.“

In Bisingen bei Balingen begingen am 22. Februar 2015 zehn Aktivist/innen der NPD Neckar-Alb, darunter Edda Schmidt, auf dem Friedhof eine Gedenkfeier an die Bombardierung Bisingens im Rahmen des Zweiten Weltkrieges.

2014
In der Nacht vom 18. auf 19. November 2014 wurden an der neuen Flüchtlings-Erstaufnahmestelle in Meßstetten Nazi-Schmierereien angebracht: „In der Nacht zum Mittwoch waren Wegweiser zur Aufnahmestelle besprüht worden, an einer Brücke hinterließen die Unbekannten ein 75 Zentimeter großes Hakenkreuz. An einem Buswartehaus vor einer Schule entdeckten die Beamten außerdem Naziparolen, ein Hakenkreuz sowie SS-Runen.“

In der Zeit zwischen dem 7. und dem 11. November 2014 wurde in Meßstetten von Unbekannten ein an der Geißbühlstraße gegenüber der Zufahrt zur ehemaligen Zollernalbkaserne angebrachtes Hinweisschild mit der Aufschrift „Flüchtlingserstaufnahmestelle“ gestohlen.

Am 26. Oktober 2014 fand im im „Waldhorn“ in Meßstetten der 50. Landesparteitag der NPD Landesverband Baden-Württemberg statt, an dem 50 Delegierte teilgenommen haben.

Am 5. Oktober 2014 fand im „Waldhorn“ in Meßstetten die Erntedank-Feier der NPD Baden-Württemberg und des „Ring Nationaler Frauen“ statt.

Am 1. Februar 2014 fand im „Rock Cafe Kiss“ eine „Deutschrock-Party“ in Hechingen statt, bei der ein „DJ Zahnfee“ auflegte. Es wurde angekündigt neben diversen Grauzone-Bands auch Musik der Nazi-Band „Sleipnir“ aufzulegen.

2013
Am 30. Dezember 2013 wurde von dem NPD-Aktivisten Caine B. die Facebook-Gruppe „Keine Moschee in Engstlatt“ eingerichtet, die sich gegen den Moschee-Neubau in Balingen-Engstlatt richtete.

Am 14. Dezember 2013 meldeten Neonazis in Burladingen auf dem Rathausplatz eine Mahnwache unter dem Motto „Tierschutz ist Heimatschutz“ an. Die Kundgebung fand aber laut Medien-Berichten nicht statt, lediglich fünf Neonazis aus Friedrichshafen reisten an.

Bei einer antifaschistischen Alb-Tour am 20. September 2013 warteten in Burladingen etwa 20 Neonazis auf die Antifas. Die Polizei verhindert einen direkten Kontakt.

Am 7. September 2013 fand in Balingen ein NPD-Stand statt.

Im September 2013 tauchte in Gauselfingen ein Neonazi-Graffiti, ein Keltenkreuz mit den Buchstaben WPWW (‚White Power Worldwide‘), auf.

Drei Mitglieder der „Jungen Nationaldemokraten“ veranstalteten in Balingen am 30. Juli 2013 eine kleine Solidaritäts-Aktion mit einem Transparent mit der Aufschrift „Freiheit für Erich Priebke – 100 Jahre ungebrochen!“. Der NS-Kriegsverbrecher Priebke stand zu dieser Zeit in Rom unter Hausarrest, weil er 1944 über 350 Geiseln erschießen ließ.

Am 20. Juli 2013 veranstaltete der NPD-Regionalverband Neckar-Alb einen Infostand vor dem Rathaus in Bisingen.

Am 12. Mai 2013 nahmen mehrere JN-Aktivist/innen und parteifreie Neonazis in Balingen an einer Protestkundgebung vor dem „Circus Krone“ teil. Die Jungnazis demonstrierten u.a. mit einem Transparent mit der Aufschrift „Tierschutz = Heimatschutz“ und offenbar auch mit Material der Tierschutzorganisation PeTA.

In der Nacht auf den 17. April 2013 versahen Neonazis in Balingen die Innenstadt mit Parolen wie „Demokraten bringen uns den Volkstod“ mit Kreide und zahlreiche Aufklebern.

Am Wochenende vom 6. und 7. April 2013 sprühten Neonazis in Hechingen Hakenkreuze, „88“ und SS-Runen und verklebten Aufkleber. Betroffen war u.a. das „Starken Café“, was von Migrant/innen betrieben wird.

Um den 28. März 2013 herum veranstalten die Mitglieder der JN Baden-Württemberg und der „Freien Kräfte Zollernalb“ eine Wanderung um Albstadt herum.

In Albstadt-Tailfingen bemalte am 15. Januar 2013 ein unbekannter Täter die Mauer an der Garagenzufahrt zum Gebäude Am Markt 28 mit einem Symbol verfassungswidriger Organisationen in roter Farbe. Der entstandene Sachschaden belief sich auf zirka 50 Euro.

2012
Am 14. Dezember 2012 stand in Balingen der NPD-Aktivist Axel Heinzmann aus Wannweil bei Reutlingen vor Gericht. Er war Herausgeber von Flugblättern, die sich gegen den Widerstandskämpfer Elser richteten, und die im Januar in Balingen bei der Eröffnung einer Wanderausstellung zum Thema Georg Elser verteilt wurden.
Der Vorwurf gegen Heinzmann lautete auf Verunglimpfung eines Verstorbenen.

Am 17. Oktober 2012 fand eine Feierstunde an der Grabstätte der Burladinger Sinti-Familie Reinhardt statt. Der Bürgermeister Harry Ebert oder ein anderer Vertreter der Stadt Burladingen missachteten die Einweihung und kamen nicht.

Um den 17. Juli 2012 herum fand im „Raum Zollernalb“ der „4. Orientierungsmarsch in Baden-Württemberg“ statt, an dem Mitglieder der JN Baden-Württemberg und der „Freien Kräfte Zollernalb“ teilnahmen.

Am 29. April 2012 referierte der ehemalige Wehrsportgruppen-Chef Karl-Heinz Hoffmann in Balingen zum Thema „Die perfide Schmutzarbeit der Geheimdienste“ vor etwa 30 Personen.

Das „Frühlingsfest“ der NPD-Jugendorganisation „Junge Nationaldemokraten“ fand 2012 im Zollern-Alb-Kreis statt. Auch eine Gruppierung mit der Bezeichnung „Freie Kräfte Zollernalb“ nahm daran teil.

Am 3. Februar 2012 kam es in Hechingen zu einem rechten Übergriff auf fünf linksalternative Jugendliche.

Am 4. Januar 2012 beleidigte in Trillfingen bei Haigerloch eine Gruppe von sieben Nazi-Skins einen schwarzen Menschen. Ihnen stellten sich mehrere Personen entgegen. Eine Schlägerei mit knapp 40 beteiligten Personen entspann sich. Ein 22-jähriger Neonazi setzte sich in sein Auto und fuhr in eine Gruppe von Menschen und verletzte drei Menschen.

Im Januar 2012 verteilten Neonazis in Balingen bei der Eröffnung einer Wanderausstellung zum Thema Georg Elser Flugblätter.

Anfang Januar 2012 wurde in Haigerloch die Außenwand der Wandelhalle des „Missionshaus der Weißen Väter“ auf einer Länge von 25 Metern mit rechten Parolen („Auslender raus) und Symbolik (Hakenkreuz) besprüht.

2011
Am 23. Oktober 2011 sollte angeblich in einer Gaststätte in Balingen ein NPD-Vortrag stattfinden.

Am Morgen des 30. Septembers 2011 wurde in Albstadt-Ebingen ein junger Mann offenbar durch einen Messerangriff von einem Nazi schwer verletzt wurde. Das 27jährige Opfer hatte kurz nach 4.30 Uhr vor dem Cafe „Corso“ in der Bahnhofstraße einen heftigen Streit mit einem 31jährigen. Dieser stach mehrfach auf sein Opfer ein. Der Verletzte konnte per Handy die Polizei zu verständigen und den Täter trotz der Verletzungen in Richtung Parkhaus Poststraße verfolgen. Dort aber verließen ihn die Kräfte. Er wurde in die Kreisklinik eingeliefert und ist nach einer Notoperation außer Lebensgefahr. Der Täter kam aus einer Nachbargemeinde Meßstetten und trug ein Tshirt der Nazi-Modemarke „Thor Steinar“.

In der Nacht zum 5. Juli 2011 bemalten in Albstadt-Tailfingen unbekannte Täter/innen die Glasscheiben der Bushaltestation am Stadionplatz mit mehreren Zeichen verfassungswidriger Organe in blauer Farbe. Der Sachschaden belief sich auf cirka 500 Euro.

Unbekannte befestigten im März 2011 ein T-Shirt mit einem aufgemalten Hakenkreuz an der Spitze des Maute-Kamins in Bisingen. Die Feuerwehr entfernte die Parole vom Kamin.

2010
Vom 7. bis zum 8. August 2010 fand in Burladingen ein Wochenend-Seminar der Antisemiten-Sekte „Germanische Neue Medizin“ statt.

Am 14. Juli 2010 trat in Balingen in einer Buchhandlung der rechte Autor Michael Grandt (u.a. Buchautor im Kopp-Verlag) auf.

2009
In der Nacht vom 25. auf den 26. November 2009 wurden in Balingen erneut rechte Flyer verteilt, die gegen eine linke Demonstration am 28. November 2009 in Balingen hetzen. Die Flyer tragen die Überschrift „Erhalt und Erkämpfung linker Freiräume in Balingen? Nein!“

Ab dem 13. November 2009 wurden in Balingen DIN-A3-Nazi-Plakate („Kriegshelden Gedenkplakat“) in der Innenstadt verklebt. Anlass war vermutlich der Volkstrauertag am 15. November, der von Alt- und Neonazis als „Heldengedenktag“ bezeichnet wird.

Am 6. November 2009 wurde in Burladingen die Zeugin einer Nazi-Prügelei bedroht. Die Freundin eines Burladinger Neonazis sagte zu der Zeugin: „Wenn du etwas Falsches aussagst, mache ich dich platt“. Der Satz fiel auf einer Party in Burladingen im April 2008, mit der der damals 21-jährige Ringinger von seinen Kameraden ins Gefängnis verabschiedet wurde.

Im November 2009 tauchte in Meßstetten eine Hakenkreuz-Schmiererei auf.

Im Zeitraum vom 30. Oktober bis zum 3. November 2009 wurde die Außenfassade eines Wohnhauses im Meßstetter Reutbol mit den Worten „Sieg Heil“ besprüht.

Vom 23. bis zum 25. Oktober 2009 fand in Hechingen das rechtskonservative 2. Monarchieforum der „Deutschen Monarchistischen Gesellschaft“ (DMG) statt. Einer der Referenten war Günter G. A. Marklein., der erste Vorsitzende des ultrarechten Bismarckbundes.

Am frühen Samstagmorgen des 12. September 2009 wurden gegen 4 Uhr die Stellwände der „Alboffensive“ auf dem Umsonst&Draußen-Festival in Geislingen bei Balingen von einer kleinen Gruppe von Neonazis umgeworfen. Die Täter kamen vermutlich von einer Party in der Nähe, bei der die Musik der Nazi-Band „Landser“ und der Onkelz-Coverband „Kneipenterroristen“ aufgelegt wurde. Der angerichtete Schaden blieb aber zum Glück gering.

Am Wochenende vom 22. und 23. August 2009 wurden Kandidaten-Plakate der SPD und von den Grünen in der Innenstadt Balingens mit Neonazi-Aufklebern großflächig beklebt sowie Großplakate aller Parteien und CDU-Kandidaten-Plakate an Stellwänden mit ähnlich lautenden Hetz- und Hass-Parolen beschriftet.

In Albstadt wurden im August 2009 am Kino mit Schablonen Graffiti gegen den neuen Tarantino-Streifen „Inglorious Basterds“ gesprüht. In der extrem rechten Szene wurde schon länger Hass gegen den „antideutschen“ Film geschürt.

Bei einer gut besuchten Vortragsveranstaltung der linken „Alboffensive“ in der Stadthalle in Hechingen am 11. April 2009 versuchten Neonazis aus einem fahrenden Auto heraus mit einer Handykamera Fotos von den Besucher/innen der Veranstaltung zu machen. Weiterhin wurden in der Umgebung der Stadthalle Flyer ausgelegt, die einen Abschnitt aus dem Verfassungsschutzbericht zum Thema „Linksextremismus“ beinhalten, sowie eine Erwähnung der Opfer staatssozialistischer Regime. Offenbar sollte ein Zusammenhang zwischen diesen Themen und der „Alboffensive“ suggeriert werden. Die Abbildungen auf dem Flyer zeigen eine Faust, die ein Anarchie-Symbol zerschlägt und eine Abbildung auf der eine Person mit dem Fuß einen Stern zerschlägt („Good Night – Left Side“).

Am „Schmotzigen Donnerstag“ 2009 kam es in Trochtelfingen zu einer Schlägerei zwischen Neonazis und einer Gruppe Jugendliche.

An einer Brücke zwischen Hechingen und Haigerloch tauchten im März 2009 Nazi-Schmierereien auf. Es wird ein Keltenkreuz und das Kürzel „NSBA“ gesprüht, was vermutlich für „Nationale Sozialisten – Bundesweite Aktion“ steht.

Im Februar 2009 tauchen in Gamertingen Hakenkreuzschmierereien auf.

In Starzeln und Burladingen-Hausen sprühten Unbekannte in der Nacht vom 9. auf den 10. Februar 2009 Nazi-Parolen, darunter auch „Odin statt Jesus“ an eine Kapelle. Laut Presse entstand ein Schaden von 65.000 Euro.

In der Nacht vom Sonntag, den 10. Januar 2009 kam es auf dem Hörschwager Narrenfest zu Prügeleien zwischen insgesamt 30 Mitgliedern zweier Nazigruppen aus Burladingen und Balingen. Der „Reutlinger Generalanzeiger“ vom 13. Januar schreibt von „bekannten »Szenegrößen « aus Burladingen, Trochtelfingen und von der Reutlinger Alb. Die regionalen Skinheads hatten Verstärkung aus dem Rems-Murr-Kreis mitgebracht.“ Anderen Angaben nach wurden Russlanddeutsche und Türken von Nazis angegriffen.

Am 10. Januar 2009 beteiligten sich „freie Nationalisten“ und NPD-Mitglieder aus Stuttgart und dem Kreis Tübingen in Balingen an einer Pro-Palästina-Demonstration, an der insgesamt 300 Personen teilgenommen haben sollen.

2008
Ende 2008 werden in Balingen in der Nähe von einem Gymnasium und einer Realschule mehrere kleinere Plakate zu Gedenken an den Hitler-Stellvertreter Rudolf Hess geklebt.

Am 10. Dezember 2008 wurden bei einem Konzert des linken Liedermachers Konstantin Wecker in der Balinger Stadthalle von JN/NPD-Aktivist/innen Flugblätter verteilt in dem sie Wecker als „Pornostar, SED-Funktionär und Drogenjunkie“ bezeichnen.

Der, der extrem rechten Reichsbürger-Szene zuzuordnende, Stefan Andreas G. (ehemals ein Vorstands-Mitglied der „Interim Partei Deutschland“) wollte am 29. Oktober 2008 im TSV-Sportheim von Balingen-Frommern zum Thema „Aktuelle Rechtslage in Deutschland – Die Selbstbedienungsrepublik“ referieren. Als den Verantwortlichen diese Hintergründe bekannt werden untersagen sie kurzfristig die Veranstaltung.

Anfang September 2008 wurden auf einer Gedenktafel der KZ-Gedenkstätte Bisingen ein Hakenkreuz und das Wort „Nationalsozialismus“ eingeritzt und das Wort „Juden“ durchgestrichen.

NPD-Mitglieder feierten am 21. Juni 2008 Sommersonnenwende auf dem Gasthof „Linderhof“ bei Straßberg. Nach VS-Angaben nahmen 60 bis 90 Personen an der Feier teil, nach NPD-Angaben mindestens 100. Auch Personen aus der Schweiz und Österreich sollen teilgenommen haben.

Vom 11. auf den 12. Mai 2008, dem Pfingstmontag, sprühten Unbekannte Hakenkreuze an die Ringinger Friedhofskapelle und das Burladinger Rathaus.

Am 10. April 2008 kam es am Reutlinger Gericht es zu einem Prozess gegen Daniel M. (22) aus Balingen und Daniel A. (21) aus Albstadt. Die beiden Angeklagten hatten im Juli 2007 einen Jugendlichen in Reutlingen angriffen, weil sie ihn der linken Szene zuordneten. Zuvor hatten sie auf dem Kurt-Festival u.a. den NoNPD-Stand fotografiert. Im Gericht sind etwa 15 Sympathisant/innen und sympathisierende Zeug/innen anwesend. Der Richter betitelt die Gruppe zu der die Angreifer gehören als „Clique aus dem Alb-Umland“.
Der Richter verhängt für beide Angeklagten zweimal neun Monate Haft auf Bewährung.
Daniel A. soll zusätzlich noch 500 Euro Schmerzensgeld und 1.500 Euro Spende an einen Verein zahlen. Bei Martin M. sind es 250 Euro Schmerzensgeld und eine Spende von 500 Euro.

Am Pfingstmontag 2008 kam es in Burladingen und Ringingen zu Hakenkreuzschmierereien.
Die Täter sprühten mit einem silbernen Farbspray an die Fassade eines Wohnhauses und eines Firmengebäude jeweils ein Hakenkreuz sowie den Schriftzug „SS“. Die Polizei schätzt den Gesamtschaden auf 1.500 Euro.

Aktivist/innen des NPD-KV Zollernalb verteilten am 28. Februar 2008 im und vor dem „Theater Lindenhof“ in Melchingen Hetzschriften gegen die Uraufführung des Stücks „Georg Elser – Allein gegen Hitler“. Presserechtlich verantwortlich zeichnet sich für das Papier Edda Schmidt aus Bisingen. Wegen der im Papier enthaltenen „Verunglimpfung des Staates“ musste sich Edda Schmidt am 22. September vor dem Hechinger Amtsgericht verantworten.

Am 24. Januar 2008 hielt der selbsternannte „Reichspräsident“ Dr. Matthes H. aus Tübingen-Bebenhausen in Balingen-Frommern einen Vortrag zum Thema „Neue Energien“.

2007
Am 22. September 2007 sollte im Zollernabkreis auf Grund des bevorstehenden Haftantritts eines lokalen Neonazis ein Solidaritäts-Konzert (10 Euro Eintrittspreis) mit den Bands „NS Chaos“ (Ulm) und „Zollernwut“ (Balingen) stattfinden. Wegen der kurzfristigen Absage des Veranstaltungsortes, fand die Veranstaltung im Schrebergarten eines Mitgliedes von „Zollernwut“ als Nazi-Liederabend statt. Laut einem Teilnehmer-Bericht auf dem Nazi-Forum „Thiazi“ hielten sich „die Herren von der Polizei […] sehr im Hintergrund und diverse Drohungen wie „Wir werden diese Veranstaltung nicht tolerieren“ stellten sich recht schnell als heiße Luft heraus.“

Bei einer Oi-Party am 4. August 2007 in Balingen versammelten sich mindestens 30-40 Nazis, darunter auch der JN/NPD-Kader Alexander Neidlein.

JN-Verteilaktion eines Flugblattes („Bürgerinfo: Wird Burladingen zur Schwäbischen Bronx?“) in Burladingen im August 2007.

Etwa 45 Neonazis (Eigenangabe) aus der JN und Umfeld fuhren nach weitestgehend gescheiterten ersten Geh-Versuchen in Tübingen und Hechingen am 21. Juli 2007 nach Balingen, um dort von 17 bis 19 Uhr auf ihren Abtransport zu warten.

Extrem rechte Täter/innen haben in Balingen im Juli 2007 zwei Skulpturen auf dem Marktplatz und die roten Pfeile des Künstlers Reinhard Sigle vor dem Balinger Messegelände beschmiert. Die Unbekannten hatten sie aus dem Boden gerissen, auseinandergebrochen und danach in die Steinach geschmissen.

In Bisingen wurde im Juni 2007 das Lokal „5. Elements“, dass von einer türkischen Frau gepachtet ist, mit rechtsextremen JN-Aufklebern bepflastert.

Die NPD/JN organisierte am 19. Mai 2007 in Balingen einen Informationsstand als Beteiligung am zweiten „G 8-Aktionstag“ der NPD deutschlandweit im Rahmen ihrer völkischen „Antikapitalismus“kampagne.

Am 5. Mai 2007 fuhr eine Gruppe von mindestens 28 Personen in Burladingen zu einem Grillplatz und griff dort eine Gruppe türkisch-, jugoslawisch- und italienischstämmiger Jugendlicher an. Mehrere Personen wurden mit Baseballschlägern und durch Tritte verletzt.
Ein türkischstämmiger Jugendlicher wurde von einem Rechten mit den Worten „Jetzt wirst Du gegrillt.“ zum lodernden Feuer geschleppt.
Bei Hausdurchsuchungen bei den Täter/innen fand die Polizei danach rechtes Propagandamaterial.

Im Mai 2007 klebte ein Rechter in Burladingen eine Rune und ein Hakenkreuz an einen Planwagen.

Als im März 2007 mit Axel Heinzmann ein rechtsradikaler Bürgermeisterkandidat in Burladingen kandidierte rief die IG Metall Albstadt dagegen mit ihrer ,Burladinger Erklärung‘ zu friedlichen Gegenaktionen auf. Die Stadtverwaltung und an deren Spitze Bürgermeister Harry Ebert verweigerten der IG Metall das Feuerwehrgerätehaus für eine Gegenveranstaltung.
Bei der Bürgermeisterwahl in Burladingen am 11. März 2007 erhielt Heinzmann 98 Stimmen (2,1%).

Am 5. Februar 2007 griffen in Burladingen auf einem Grillplatz rechte Skinheads eine Gruppe migrantischer Jugendlicher an.

Mitte Februar 2007 stellte die Polizei in Hechingen eine Reichskriegsflagge in einem Garten sicher.

2006
Beim Weihnachtsmarkt 2006 wurden in Burladingen mehrere Besucher von 15 Rechten und deren Sympathisant/innen angegriffen.

Am 13. Dezember 2006 kam es in Burladingen südlich von Tübingen auf dem örtlichen Weihnachtsmarkt zu Übergriffen durch rechte Skinheads. Beteiligt waren auch ein 25jähriger Mössinger und ein 20jähriger aus dem Kreis Tübingen.

Am 28. Oktober 2006 fand in einer Kneipe in Burladingen-Killer ein Nazi-Konzert mit 100 Personen statt.

Im Oktober 2006 kam es in Balingen zu einem Übergriff von drei rechten Schlägern auf drei Jugendliche.

Auf der Fahrt zu der Nazi-Demonstration am 23. September 2006 in Göppingen versuchten Neonazis aus dem Zollern-Alb-Kreis am Tübinger Bahnhof Antifaschist/innen anzugreifen, wurden aber von der Polizei gestoppt.

Im Juli 2006 musste eine Informationsveranstaltung in Burladingen zum Thema „Rechtsextremismus“ vor rechten Skinheads geschützt werden.

Bei der Fußball-WM im Sommer 2006 kam es in Burladingen zu „Reibereien“ mit Rechten.

Im Frühjahr 2006 griffen Neonazis in Burladingen ein Grillfest an.

2005
Beim Weihnachtsmarkt 2005 kam es zu verbalen und körperlichen Auseinanderaussetzungen zwischen rechten Skinheads und türkischstämmiger türkischen Jugendlichen.

Etwa um den 8. Januar 2005 herum tauchten in Gamertingen am örtlichen Gymnasium Hakenkreuzschmierereien auf.

2004
Am 1. September 2004 wurde in Haigerloch ein jüdischer Friedhof geschändet.

2002
Am 30. Januar 2002 referierte in Albstadt-Ebingen der Verschwörungsantisemit Jo Conrad vor angeblich 90 Teilnehmer/innen.

2001
Am 2. April 2001 wurde in Hechingen der jüdische Friedhof geschändet.

1999
Am 28. Mai 1999 griff ein Skinhead in Balingen-Rosswangen in einer Gaststätte eine andere Person körperlich an. Er bezeichnet die Person als „Jude“ und „Fettsack“. Er werde ihn totschlagen, wenn er ihn erwischen werde. Zwei andere Täter beschimpften den Geschädigten als „Judas“ und „Verräter“. Als Tatmotiv wird der Ausstieg des Geschädigten aus der örtlichen Skinhead-Szene vermutet.

1993
Die extrem rechte Aktivistin Edda Schmidt meldete 1993 die Sommersonnenwendfeier der neonazistischen „Heimattreuen Vereinigung Deutschland“ in Haigerloch an.

1992
Am 13. November 1992 demolierten in der Nacht in Balingen fünf junge Männer zwei Asylbewerberheime und bedrohen die Bewohner/innen mit Holzlatten

1990
Im August 1990 wurden in Hechingen auf dem jüdischen Friedhof von vier Skinheads 100 Grabsteine umgestoßen. Dieselben Täter schändeten im Sommer 1990 bereits jüdische Friedhöfe in Stuttgart und Tübingen und im Oktober 1990 zwei KZ-Friedhöfe.