Kein Bock auf die AfD in Albstadt-Tailfingen!

Heute veranstaltet die AfD in der Zollernalb-Halle in Tailfingen ihren Wahlkampfauftakt. Das es sich bei der AfD um eine rechtspopulistische Partei handelt, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Dabei wechselt sie die Feindbilder je nach politischer Konjunktur. Angefangen hatte sie mit einer standortnationalistischen Kampagne gegen EU und Euro. Später wurde gegen das Feindbild Flüchtling mobil gemacht. Danach kam das Feindbild Islam an die Reihe.

Der Kreisverband
Der AfD-Kreisverband Zollernalb und sein Vorsitzender, der AfD-Landtagsabgeordnete Stefan Herre, stellen sich gerne bürgerlich und gemäßigt dar. Doch der Ton hat des Kreisverbandes hat sich auf Facebook in den letzten Monaten drastisch zugespitzt. So hieß es am 22. Mai 2017 beim AfD-Kreisverband Zollernalb auf Facebook: „Schäuble ist ein Sozialist, leider kann man es nicht mehr anders sagen. Die Enteignung geht ungebremst weiter mit voller Zustimmung der Bundesregierung.“
Wer den CDU-Finanzminister Schäuble ernshaft für einen Sozialisten hält, offenbart dass sie oder er in einer rechten Parallelwelt lebt.
Am 8. Juni 2017 hieß es ebenso auf Facebook: „Zeit für Veränderungen in unserem Land. Wir gehen jede Wette ein, mit uns läuft die Remigration besser. Versprochen.“
Mit der rechten Vokabel „Remigration“ ist die massenhafte Abschiebung gemeint. Vor der AfD verwendeten sie nur ultrarechte Splittergruppen. In ihrem neuem Programm zur Bundestagswahl fordert die AfD konkret die Abschiebung von mindestens 200.000 Menschen pro Jahr. Die Umsetzung dieser Forderung hätte massenhaftes Leid zur Folge. Menschen würden zurückgeworfen werden in Kriegs- und Konfliktgebiete, in Elend und Unsicherheit, in Armut.

Die Redner
Neben Stefan Herre sollen auf der AfD-Veranstaltung zwei Personen reden. Zum einen Marc Jongen und zum anderen Martin Hess.

Marc Jongen aus Karlsruhe gilt als der Parteiphilosoph der AfD. Tatsächlich ist er Dozent für Philosophie an der „Hochschule für Gestaltung“ Karlsruhe. Dadurch mit dem entsprechenten Vokabular gewappnet, versucht er den Positionen der AfD einen intellektuellen Anstrich zu geben. Man sollte sich aber nicht dadurch täuschen lassen. Wenn Jongen von der fehlenden thymotischen Energie der Deutschen spricht, beklagt er den fehlenden Nationalismus.
Jongen ist seit März 2017 einer der beiden AfD-Landessprecher und war Programmkoordinator der AfD Baden-Württemberg.
Seit geraumer Zeit nähert er sich der Neuen Rechten an, die ebenfalls versucht ihrem Rechtsradikalismus einen intellektuellen Anstrich zu verleihen.
Das ändert aber am Inhalt nichts. Und zwischen seinen Schachtelsätzen klingt Jongen dann doch genauso wie PEGIDA. Etwa, wenn er im Mai 2017 verkündete: „Wir haben das Kirchengeläut gegen den Ruf des Muezzins zu verteidigen.“

Der zweite Referent ist Martin Hess aus Bietigheim-Bissingen. Er ist oder war Dozent an der Hochschule für Polizei. Das ein Polizist auch Pressesprecher der AfD Baden-Württemberg, seit März 2017 stellvertretender Landesvorsitzender im AfD-Landesvorstand und AfD-Kandidat zur Bundestagswahl 2017 im Kreis Ludwigsburg ist, darf als besorgniserregend bezeichnet werden. Leider handelt es sich um keinen Einzelfall. In den Reihen der AfD engagieren sich Dutzende von Polizeibeamten und Bundeswehrsoldaten.
Das ist äußerst bedenklich. Denn die Polizei hat Zugriff auf sensible Daten und wird natürlich auch gegen Anti-AfD-Proteste eingesetzt. Zudem können Polizeibeamte mit AfD-Sympathien ihre KollegInnen agitieren.

Die Chaostruppe AfD
Der größte Feind der AfD ist übrigens derzeit die AfD selber. Auch wenn wir gerne unseren Beitrag leisten. Die Partei ist eine unglaubliche Chaostruppe. Hier intrigiert jede gegen jeden. Dabei geht es um Inhalte, aber ebenso um Posten, Karriere, Selbstdarstellung und Geltungsdrang.
Diese Streitereien erstrecken sich hinein bis in die Kreisverbände. Derzeit versuchen beispielsweise die Kreisverbände Zollernalb und Sigmaringen ihren eigenen Kandidaten zur Bundestagswahl abzusägen. Gemeint ist der Landtagsabgeordnete Heinrich Fiechtner aus Stuttgart, der sich auch innerhalb der AfD-Fraktion isoliert hat. Er wurde beim heutigen Wahlkampfauftakt nicht als Redner angekündigt. Offenbar muss der Wahlkampfauftakt der AfD im Kreis ohne ihren bisherigen Kandidaten stattfinden. Peinlichpeinlich.

Die AfD – keine Alternative zum Besseren!
Wir sagen es ganz offen, wir wollen die AfD hier nicht und anderswo auch nicht. Diese Partei ist sowohl Akteur als auch Profiteur des anhaltenden Rechtsrucks in einem Teil der Bevölkerung. Bedauerlicherweise gibt sie in der öffentlichen Debatte und im Diskurs häufig den Ton an. Teile der etablierten Politik und Teile Medien fühlen sich häufig genötigt auf die AfD einzugehen und Zugeständnisse zu machen. Die Gefahr der AfD ist derzeit nicht, dass sie die Regierungsgewalt erringt, sondern dass sie indirekt Einfluss nimmt. Nämlich das andere Parteien Teile der AfD-Programmatik übernehmen und umsetzen.
So gilt es nicht nur der AfD entgegen zu treten, sondern auch ihrem Sound. Egal, wo er ertönt!
Heute machen wir einen Anfang und werden der AfD auf die Nerven gehen.

Alboffensive twittert jetzt auch

Wir ergeben uns den Zwängen der modernen Kommunikation und sind jetzt auch bei Twitter vertreten: https://twitter.com/AlbOffensive

Kommentar der Alboffensive zur Brandstiftung in Hechingen am 5. März

Wie der Presse zu entnehmen war [1], soll laut Polizei die Brandstiftung an der Ausstellung der libanesischen Künstlerin Rania Akl am 5. März 2017 in Hechingen keine rechten Motive haben.
Uns ist nicht genau klar, wie die Polizei zu dieser Einschätzung kommt, aber wir vermuten, dass die Polizei zu diesem Schluss gekommen ist, auf Grund der Beschreibung der mutmaßlichen Tatverdächtigen („mit südländischer/slawischer Erscheinung“).

Dazu meinen wir als Alboffensive:
1. Tatverdächtige sind noch lange keine TäterInnen.
2. Einmal abgesehen davon, ist die ethnisierende Zuschreibung der Tatverdächtigen als Personen mit „südländischer/slawischer Erscheinung“ höchst problematisch. Unter solchen pauschalisierenden Beschreibungen stellt sich gemeinhin jedeR etwas anderes vor. So werden nur Klischees bedient. Im slawischsprachigen Raum gibt es ebenso, wie im südlichen Raum Menschen mit sehr unterschiedlichen Aussehen.
Hier würde sich vielmehr eine individuelle Täterbeschreibung empfehlen, die neben Kleidung, Größe oder mutmaßlichen Geschlecht durchaus auch Hautfarbe oder Sprachfärbung beinhalten kann, ohne dieser aber eine pauschalisierende Herkunft zuzuweisen.
Sollte es sich bei den Tatverdächtigen tatsächlich um Personen aus Osteuropa bzw. mit osteuropäischen Migrationshintergrund handeln, so muss das keinesfalls ein rassistisches Motiv ausschließen.
Auf das Feindbild Flüchtling können sich Angehörige sehr unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen einigen, darunter durchaus auch viele Alteinwanderer und ihre Nachkommen. Beispielsweise ist ein größerer Teil der in der Bundesrepublik lebenden russischsprachigen SpätaussiedlerInnen durchaus deutschnational eingestellt und wählte bei den letzten Wahlen überproportional die rechtspopulistische AfD.

Deswegen meinen wir, dass die Polizei weiterhin in alle Richtungen ermitteln und nicht vorschnell ein Motiv ausschließen sollte.

ANMERKUNGEN
[1] st: Drei Verdächtige gesucht, Schwäbisches Tagblatt, 14.03.2017, http://www.tagblatt.de/Nachrichten/Drei-Verdaechtige-gesucht-324328.html

Burladingen: Alboffensive-Vortrag zur AfD am 10. März

Die Alboffensive veranstaltet am 10. März 2017 19 Uhr im Cafe des WIR-Projekt in Burladingen-Gauselfingen, Recksteinstraße 14, eine Vortragsveranstaltung zum Thema:
Rechtspopulismus als politische ‚Alternative für Deutschland‘?
Heimaterde Marke AfD
Versuche mit Rechtspopulismus auf Stimmenfang zu gehen gab es in Deutschland immer wieder. Lange Zeit waren RechtspopulistInnen damit aber nur regional erfolgreich. Seit 2013 gelang es der rechtspopulistischen „Alternative für Deutschland“ (AfD) in bisher zehn Landesparlamente, das Europaparlament und unzählige Kommunalvertretungen einzuziehen. Nun schickt die Partei sich an im Herbst 2017 in des Bundestag einzuziehen. Doch was ist überhaupt Rechtspopulismus? Durch was zeichnet er sich aus? Welche Motive führten zur Wahl der der AfD? Wie ist die AfD in Baden-Württemberg ausgerichtet? Wer sitzt da für die AfD im Landtag? Und wie könnte ein kritischer Umgang damit aussehen?
Diese und weitere Fragen wird Lucius Teidelbaum versuchen zu beantworten. Er ist Buchautor und freier Journalist mit dem Schwerpunkt auf der extremen Rechten und anliegenden Grauzonen.
Der kritische Vortrag zur AfD in Burladingen wird von der Alboffensive auch aus aktuellem Anlass veranstaltet. Das sind einerseits die hohen Wahlergebnissen der Partei in Burladingen und andererseits die augenscheinliche inhaltliche Nähe des Bürgermeisters zur AfD.

Der Vortrag wurde auch aus Gründen der aktuellen Entwicklung in Burladingen organisiert.
AO-Anzeige Burladingen

Mit Fakten gegen die Gerüchteküche

Um Vorurteile gegen Flüchtlinge zu schüren, kursieren diverse Gerüchte. Auch im Zollernalbkreis waren und sind mehrere negative Gerüchte über Flüchtlinge im Umlauf.
Dagegen wendet sich das Portal „http://hoaxmap.org/“.
Laut diesem finden sich im Zollernalbkreis die meisten Gerüchte in Meßstetten. Fünf Stück an der Zahl um genau zu sein.
flüchtlingsfeindliche Gerüchte in Meßstetten

Alboffensive-Solikonzert am 26. November in Hechingen!

Die „Alboffensive – Kein brauner Alb(t)raum“ veranstaltet am 26. November 2016 ein Punkrock-Konzert im JuZ Hechingen.
Beginn ist 20 Uhr, Einlass ab 19 Uhr.
AO-Konzert 26.11.16
Es spielen die Bands: „Arschwasser“, „Bauernbrot“, „Doggod“, „Skinner“ und „Space Heinkel“.
Eintritt gegen drei Euro Spende.

https://de-de.facebook.com/events/604103659796562/

Kommt, habt Spaß und bringt eure Freund*innen mit!

Burladinger Bürgermeister inhaltlich auf AfD-Linie – Konsequenzen notwendig

Mit seinen Online-Sympathiebekundungen auf Facebook für die AfD-Vorsitzende Frauke Petry [1], für diverse AfD-Gruppen, für Gruppen mit Bezeichnungen wie „Merkel muss weg“, „Aufwachen Deutschland“ oder „Ich bin stolz ein Deutscher zu sein“ und mindestens einmal auch für den Beitrag eines Aktivisten der extrem rechten „Identitären Bewegung“ hatte der Burladinger Bürgermeister eindeutig klar gemacht, wo er politisch steht: Ganz rechts außen.
Nun suchte der Burladinger Bürgermeister auch offline den Kontakt zur AfD und „drischt unverhohlen die Parolen der Rechtsnationalen“, so ein treffender Kommentar im „Schwarzwälder Boten“ [2]. Dieser berichtet über einen Text im Amtsblatt über den Antrittsbesuch von Hans Peter Stauch aus Reutlingen im Burladinger Rathaus. Stauch ist Landtagsabgeordneter für die AfD im Wahlkreis 61 Hechingen-Münsingen. Stauch und Ebert verstanden sich dabei offenbar prächtig. Das wundert kaum, da die beiden Herren einige inhaltliche Gemeinsamkeiten haben dürften. So wurde laut Amtsblatt-Text auch über die „Asylantenproblematik“ geredet. Ebert sei demnach froh, dass Burladingen nur wenige Flüchtlinge hätte aufnehmen müssen. Trotzdem beklagt er die „horrenden Ausgaben“ der Unterbringung und nennt es „ein Unding“, dass in Hechingen minderjährige Flüchtlinge in einer Klinik untergebracht worden sind. Wie bei Rechtspopulisten üblich stellt der Bürgermeister dabei die Gruppen der Ärmsten in Konkurrenz zueinander. Er beklagt, dass die minderjährigen Flüchtlinge angeblich ein „Internat mit Vollpension“ zur Verfügung gestellt bekämen, während andere Menschen im Kreis ihren Kindern das Schulmittagessen nicht bezahlen
könnten. Auf die Idee eine Unterstützung für ALLE Bedürftigen zu fordern kommt der Bürgermeister mit seiner nationalistischen Logik aber natürlich nicht.

Mit seinen Äußerungen hat sich der Burladinger Bürgermeister erneut als AfD-Fan geoutet. Sowohl seine Facebook-Likes als auch sein inhaltlicher Flirt mit der AfD sind ein handfester Skandal.
Ebert wurde aber nicht als bekennender AfD-Sympathisant zum Oberbürgermeister gewählt. Vielen Menschen in Burladingen dürften angesichts der offenen Sympathien des Bürgermeisters für eine rechtspopulistische Partei inzwischen Zweifel gekommen sein, ob ihre Stimme für Ebert gut angelegt war.
Andererseits kamen die jüngsten Skandale um Eberts politische Vorlieben gar nicht überraschend. Immerhin reihte sich in Eberts bisheriger Amtszeit ein Skandal an den anderen [3]. Besonders auffällig war dabei seine eklatante Sehschwäche auf dem rechten Auge.

Wir, die Alboffensive, haben genug von diesem Bürgermeister und fordern angesichts seiner jüngsten Eskapaden seinen sofortigen Rücktritt. Das wird er nicht ohne starken Druck geschehen. Diesen können nur die Burladinger Bürgerinnen und Bürger aufbauen. Hier hoffen wir auf Protest und Kritik aus Burladingen.

Moritz Elser, Pressesprecher der Alboffensive, kommentiert: „Die aktive Ignoranz des Burladinger Bürgermeisters gegenüber den rechten Umtrieben in seiner Stadt hat seit Jahresanfang eine Erklärung. Der Bürgermeister hat offenbar selber ein rechtes Weltbild. Er wurde aber von den Burladingerinnen und Burladingern nicht als AfD-Sympathisant gewählt. Somit muss er sein Mandat wieder zur Verfügung stellen.“

[1] Erika Rapthel-Kieser: Burladingen Grupp wählt Grün – und Ebert die AfD?, 10.03.2016, http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.burladingen-grupp-waehlt-gruen-und-ebert-die-afd.0e7c50fd-08ce-49c3-a267-6b6e182601bc.html
[2] Erika Rapthel-Kieser: Burladingen Bürgermeister schwingt rechte Parolen. 27.10.2016, http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.burladingen-buergermeister-schwingt-rechte-parolen.ecce657c-4b39-4096-885e-143389cce8de.html
[3] Siehe Pressemitteilung der Alboffensive vom 30. Mai 2015

Erntedankfeier der Landes-NPD fand offenbar im Zollernalbkreis statt

Anti-AfD
Für den 3. Oktober hatte die NPD und ihre Frauenorganisation „Ring Nationaler Frauen“ (RNF) eine Erntedankfeier angekündigt. In Rahmen dieser Veranstaltung sollte auch eine Landwirtin zum Thema „Landwirtschaft heute – Möglichkeiten jenseits der Industrie“ vortragen. Als Leiterin dieser Veranstalterin wurde Edda Schmidt aus Bisingen benannt.
Schmidt, die RNF-Landesvorsitzende und Beisitzerin im NPD-Landesvorstand ist, nutzte offenbar ihre Heimatregion für diese Veranstaltung. Denn wie eine Kurzmeldung der „Autonomen Antifa Freiburg“ vermeldete, fand die Erntedankfeier von NPD und RNF im Restaurant „Rosenhof“ in Rosenfeld bei Balingen statt.
Wir, die „Alboffensive – kein brauner Alb(t)raum“, halten diese Information für glaubhaft, auch wenn keine Quelle angegeben ist. Frühere Texte der „Autonomen Antifa Freiburg“ enthielten immer wieder Angaben, die fast alle verifiziert werden konnten, und die zum Teil sogar polizeiliche Ermittlungen anstießen.
Unklar ist, ob die BetreiberInnen des „Rosenhof“ von dem Charakter der Veranstaltung wussten. Denn es kommt durchaus vor, dass die anmietende Person die Hintergründe der Veranstaltung verschweigt. Auch solche scheinbar harmlose Veranstaltung wie eine Erntedankfeier werden bei NPD und Co. entsprechend politisch aufgeladen. Bei ihr sind es völkische Feiern, die mit Germanen-Mummenschanz und Abstammungs-Fetischismus verbunden werden. Zudem sind NPD- und RNF-Veranstaltungen auch immer Orte der Vernetzung und Selbstbestätigung im eigenen neonazistischen Weltbild.
Auch wenn die NPD nicht vom derzeitigen Rechtsruck bundesweit profitiert und bei den letzten Landtagswahlen kräftig Federn lassen musste, so ist sie doch weiterhin die wichtigste Organisationsstruktur im Bereich Neonazismus. Ihr Räume zur Verfügung zu stellen, heißt gewaltbereite Neonazis und ihre Fans zu beherbergen.
Wir, die „Alboffensive – kein brauner Alb(t)raum“, appellieren dringend an den „Rosenhof“ sich zu der Veranstaltung zu äußern und eine Wiederholung auszuschließen, andernfalls müssen wir von Sympathien für die NPD und RNF ausgehen.

Zur wieder abgesagten PEGIDA-Kundgebung am 25. September in Sigmaringen

Ein Kommentar der antifaschistischen Kampagne „Alboffensive – kein brauner Alb(t)raum!“

Anti-PEGIDA

In Baden-Württemberg sind die PEGIDA-Ableger bisher bemerkenswert erfolglos geblieben. Lediglich in Karlsruhe finden noch regelmäßig Demonstrationen einer PEGIDA-Nachfolgeorganisation statt. Hier sind sie zu reinen Neonazi-Aufmärschen mutiert, deren Organisation von Mitgliedern und SympathisantInnen der Neonazi-Kleinstpartei „Die Rechte“ übernommen wurde. Von der bürgerlichen Fassade ist dort nicht mehr viel übrig geblieben.
Aber auch da, wie etwa in Dresden, wo noch bürgerliche Rechte und neonazistische Rechte miteinander auf die Straße gehen, sind sie in ihrem rassistischen Weltbild vereint. Lediglich im Ziel gibt es gewisse Differenzen. Der Neonazi will sein „Drittes Reich“ und die rechte Bürgerin will ihre autoritär-stickiges Adenauer-Deutschland zurück haben. Beide blicken auf ihre jeweilige „goldene Zeit“ mit Sehnsucht, weil in dieser Zeit Minderheiten kaum sichtbar waren, also in ihrem völkisch-rassistischen Verständnis Deutschland noch „Deutsch“ war.
Dem rassistischen Weltbild entsprechend sollen „die Anderen“ also draußen bleiben. Diese „Anderen“ sind je nach politischer Konjunktur und Vorliebe zum Beispiel „die Flüchtlinge“, „die Muslime“ oder „die Roma“.

Mit diesen Feindbilder und Feindmarkierungen lassen sich auch im Kreis Sigmaringen Menschen mobilisieren. So gut wie unbemerkt, mobilisierte die Facebook-Gruppe „Bildung statt BEA – Bad Saulgau“, unter dem Motto „Oberschwaben wehrt sich gegen Asylmissbrauch!“, in Bad Salgau Menschen gegen die Einrichtung einer „Bedarfsorientierten Erstaufnahmeeinrichtung“, kurz BEA. Vom Oktober bis zum November 2015 und noch einmal im März 2016 fanden bis zu sechs Kundgebungen mit bis zu 100 Beteiligten statt.
In Sigmaringen selbst gab es seit dem November 2014 Protest gegen die Unterbringung von Flüchtlingen in der Graf-Stauffenberg-Kaserne. Dieser bündelte sich online in der Facebook-Gruppe „Nein zum Heim in Sigmaringen“.

Am 25. September 2016 plante nun PEGIDA Dreiländereck in Sigmaringen auf dem Leopoldplatz 15 Uhr eine Kundgebung abzuhalten. Als Anmelder fungierte ein Marc Toller aus Meßkirch, der seine Anmeldung inzwischen wieder zurück gezogen hat. Er war gleichzeitig auch der einzige angekündigte Redner. Toller war früher offenbar in der örtlichen AfD aktiv [1].
Auch in Sigmaringen existiert eine Kreisverband der AfD. Mit dem Tübinger Markus Frohnmaier als zeitweiligen Kreissprecher der AfD Sigmaringen seit 2014 und Moritz Brodbeck als zeitweiligen stellvertretenden Kreisvorsitzenden waren auch zwei ausgesprochene Hardliner der AfD Mitglied im Kreisvorstand.
Der AfD-Landtagsabgeordnete Lars-Patrick Berg war bis Sommer 2014 sogar ein knappes Jahr als Pressesprecher im Landratsamt in Sigmaringen tätig. Anschließend wechselte er als Pressesprecher für die AfD ins Europaparlament nach Brüssel.

Gegen die PEGIDA-Kundgebung formierte sich vor Ort schnell Widerstand [2]. Auch wenn es damit noch lange nicht getan ist, müssen rechte Aufmärsche und rassistische Straßenproteste verhindert und blockiert werden. Es hat sich gezeigt, wo PEGIDA entschieden und zahlreich gegenüber getreten wurde, da konnte sich die rechtspopulistische Bewegung sich nicht etablieren.
Auch die Alboffensive plante sich am Gegenprotest zu beteiligen. Leider vertreten die Anmelderinnen der, ursprünglich in Reaktion auf die PEGIDA-Kundgebung, angemeldeten Veranstaltung unter dem Titel „Sigmaringen ist bunt“ eine Position, die sie selbst als „unpolitisch“ bezeichnen. Daraus resultiert die widersprüchliche Haltung, sich zwar gegen Rassismus zu positionieren, nicht aber zu PEGIDA äußern zu wollen.
Am Sonntag, den 25. September, sollen deswegen bei „Sigmaringen ist bunt“ explizit keine politische Reden gehalten werden. Stattdessen soll eine Pro-Flüchtlingsveranstaltung unter Einbezug der Geflüchteten stattfinden. Die Zusammenarbeit mit Geflüchteten ist ausdrücklich zu begrüßen.
Wir als Alboffensive halten aber diese entpolitisierte Haltung für einen großen Fehler. Rechte Erscheinungen verschwinden in der Regel nicht, wenn über sie geschwiegen wird. Eine klare antifaschistische Position und eine explizite Benennung der Probleme ist notwendig. Erscheinungen wie PEGIDA, AfD oder Neonazis verschwinden nicht dadurch, dass man sie ignoriert. Wir sehen uns deswegen nicht in der Lage die Veranstaltung am 25. September zu unterstützen, wünschen ihr aber viel Erfolg. Es ist generell erst einmal zu begrüßen, wenn Menschen vor Ort auf eine anstehende rechte Veranstaltung reagieren, auch wenn wir die Haltung für falsch halten.

Rassismus Grenzen aufzeigen!


ANMERKUNGEN

[1] http://keinealternative.blogsport.de/2016/09/17/sigmaringen-pegida-redner-aus-den-reihen-der-afd/
[2] Michael Hescheler und Christoph Wartenberg: Pegida-Gegner rufen zur Gegenkundgebung auf, http://www.schwaebische.de/region_artikel,-Pegida-Gegner-rufen-zur-Gegenkundgebung-auf-_arid,10529739_toid,623.html

Rechtes Kampfsport-Turnier in Leipzig mit Beteiligung aus Balingen

Am 27. August demonstrierten in Leipzig knapp 1.000 Menschen unter dem Motto „Rechte Netzwerke zerschlagen!“ [1] gegen die fünfte rechtslastige Kampfsport-Turnierveranstaltung in der Kategorie „Mixed Martial Arts“ (MMA) mit dem Titel „Imperium Fighting Championship” (IFC) in der Lokalität „Kohlrabirkus“.
rechte Netzwerke zerschlagen
Im Vorfeld hatte eine antifaschistische Recherchegruppe umfassend auf die Verstrickungen der Organisatoren des Spektakels, einiger antretender Gruppen und einiger Sponsoren mit der extrem rechten Szene hingewiesen [2]. Der Veranstalter Benjamin Brinsa, ein rechter Hooligan, und sein „Imperium Fight Team“ werden sachkundig der rechten Szene zugeordnet. Kritiker*innen sprachen von: „Zusammenhänge[n] zwischen Neonazi-Organisationen, rassistischen Bewegungen, Rotlicht-Milieu, Security-Firmen, der Rockerszene, der Hooligan-Szene, der Kampfsportszene und anderen Milieus“.
Mitglieder aus diesen Zusammenhängen waren auch an dem Angriff von Neonazis und rechten Hooligans auf den linksalternativen Stadtteil Connewitz am 11. Januar 2016 beteiligt. Darüber berichtete auch das Magazin MDR-Exakt [3]: „Neben Kampfsportlern aus Thüringen und Dresden identifizierte die Polizei in Connewitz auch drei Aktive des Eilenburger „Imperium Fight Team“. Gegen ihren Auftritt bei einer Kampfsportnacht in Leipzig hatten am Sonnabend rund 1000 Menschen demonstriert.“
Andere IFC-Kampfssportler beteiligten sich am Leipziger PEGIDA-Ableger LEGIDA.
Selbst die sächsische Landesregierung musste auf die Anfrage einer Linkspartei-Abgeordneten hin einräumen: „Der Staatsregierung liegen Erkenntnisse vor, dass sich unter den Kämpfern der Veranstaltung ‚Imperium Fighting Championsship V‘ am 27. August 2016 in Leipzig einzelne Rechtsextreme befinden“ [4].

Die Auseinandersetzungen um das IFC eskalierten bereits am 26. August, als 20 bis 30 rechte Kampfsportfans den linksalternativen Techno-Club „Institut fuer Zukunft“ angriffen [5]. Dessen Büro befindet ebenfalls im „Kohlrabirkus“. Laut einer Pressemitteilung sollen die Angreifer versucht haben, sich gewaltsam Zutritt zu dem Club zu verschaffen. Augenzeug*innen berichteten, wie ein Teil der Gruppe mit Eisenstangen und Zangen bewaffnet zunächst auf die vor dem Eingang aufgestellten Zäune losging, während ein anderer Teil sich im Inneren an einer verschlossenen Tür zu Gange machte und versuchte, diese aufzubrechen. Beides ohne Erfolg. Als die Polizei eintraf, zogen sich die Angreifer zurück.
Neila Schmidt, Pressesprecherin des „Institut fuer Zukunft“, spracht von einem „gezielten Angriff“ auf den linken Club.
Diese Angriffe setzten sich am Folgetag fort. Während die antifaschistische Demonstration am 27. August friedlich blieb, gab es seitens der IFC-Teilnehmer mehrere Angriffe auf Journalist*innen und Teilnehmende der Gegendemonstration, so der Leipziger Polizeisprecher Andreas Loepki. Unter anderem wurde ein Journalist von „Die Zeit“ durch eine Flasche verletzt [5].

Was hat das Ganze mit dem Zollernalbkreis zu tun?
Auch aus dem Zollernalbkreis kamen mit Alexandros Michaildis und Alex Rose zwei von insgesamt 26 Kämpfern, die an dem Free-Fight-Event teilnahmen. Beide stammen aus dem Team „Planet Eater Balingen“, was seit 2013 ein Trainings-Gym in Bisingen betreibt.
Weder die beiden Kämpfer noch die Kampfsportschule als solche ist bisher durch rechte Umtriebe aufgefallen. Der Recherche-Text erwähnt aber auch dass der „Planet Eater“-Chef „Peter Sobotta mit Benjamin Brinsa seit Jahren befreundet ist.“ [2]
So müssen sich die „Planet Eater“ fragen lassen, warum sie an diesem umstrittenen Kampfsportevent in Leipzig teilgenommen haben.
Die Kampagne „Alboffensive – kein brauner Alb(t)raum“ kritisiert die Teilnahme an dem rechtslastigen Turnier und hofft auf eine nachträgliche Erklärung und Distanzierung von Seiten der „Planet Eater“.

[1] https://netzwerke.noblogs.org/
[2] https://www.inventati.org/leipzig/?p=4378
[3] http://www.mdr.de/exakt/ueberfall-leipzig-100.html
[4] http://www.lvz.de/Leipzig/Polizeiticker/Polizeiticker-Leipzig/Ermittlungen-nach-Freefight-Abend-in-Leipzig-Ulbig-Rechtsextreme-unter-den-Kaempfern
[5] http://kreuzer-leipzig.de/2016/08/03/das-imperium-schlaegt-zurueck/, http://www.lvz.de/Leipzig/Polizeiticker/Polizeiticker-Leipzig/Vor-Freefight-Event-Polizeieinsatz-am-Kohlrabizirkus
[6] http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2016/08/28/rechtes-kampfevent-in-leipzig_22255