Burladingen: Alboffensive-Vortrag zur AfD am 10. März

Die Alboffensive veranstaltet am 10. März 2017 19 Uhr im Cafe des WIR-Projekt in Burladingen-Gauselfingen, Recksteinstraße 14, eine Vortragsveranstaltung zum Thema:
Rechtspopulismus als politische ‚Alternative für Deutschland‘?
Heimaterde Marke AfD
Versuche mit Rechtspopulismus auf Stimmenfang zu gehen gab es in Deutschland immer wieder. Lange Zeit waren RechtspopulistInnen damit aber nur regional erfolgreich. Seit 2013 gelang es der rechtspopulistischen „Alternative für Deutschland“ (AfD) in bisher zehn Landesparlamente, das Europaparlament und unzählige Kommunalvertretungen einzuziehen. Nun schickt die Partei sich an im Herbst 2017 in des Bundestag einzuziehen. Doch was ist überhaupt Rechtspopulismus? Durch was zeichnet er sich aus? Welche Motive führten zur Wahl der der AfD? Wie ist die AfD in Baden-Württemberg ausgerichtet? Wer sitzt da für die AfD im Landtag? Und wie könnte ein kritischer Umgang damit aussehen?
Diese und weitere Fragen wird Lucius Teidelbaum versuchen zu beantworten. Er ist Buchautor und freier Journalist mit dem Schwerpunkt auf der extremen Rechten und anliegenden Grauzonen.
Der kritische Vortrag zur AfD in Burladingen wird von der Alboffensive auch aus aktuellem Anlass veranstaltet. Das sind einerseits die hohen Wahlergebnissen der Partei in Burladingen und andererseits die augenscheinliche inhaltliche Nähe des Bürgermeisters zur AfD.

Der Vortrag wurde auch aus Gründen der aktuellen Entwicklung in Burladingen organisiert.

Mit Fakten gegen die Gerüchteküche

Um Vorurteile gegen Flüchtlinge zu schüren, kursieren diverse Gerüchte. Auch im Zollernalbkreis waren und sind mehrere negative Gerüchte über Flüchtlinge im Umlauf.
Dagegen wendet sich das Portal „http://hoaxmap.org/“.
Laut diesem finden sich im Zollernalbkreis die meisten Gerüchte in Meßstetten. Fünf Stück an der Zahl um genau zu sein.
flüchtlingsfeindliche Gerüchte in Meßstetten

Alboffensive-Solikonzert am 26. November in Hechingen!

Die „Alboffensive – Kein brauner Alb(t)raum“ veranstaltet am 26. November 2016 ein Punkrock-Konzert im JuZ Hechingen.
Beginn ist 20 Uhr, Einlass ab 19 Uhr.
AO-Konzert 26.11.16
Es spielen die Bands: „Arschwasser“, „Bauernbrot“, „Doggod“, „Skinner“ und „Space Heinkel“.
Eintritt gegen drei Euro Spende.

https://de-de.facebook.com/events/604103659796562/

Kommt, habt Spaß und bringt eure Freund*innen mit!

Burladinger Bürgermeister inhaltlich auf AfD-Linie – Konsequenzen notwendig

Mit seinen Online-Sympathiebekundungen auf Facebook für die AfD-Vorsitzende Frauke Petry [1], für diverse AfD-Gruppen, für Gruppen mit Bezeichnungen wie „Merkel muss weg“, „Aufwachen Deutschland“ oder „Ich bin stolz ein Deutscher zu sein“ und mindestens einmal auch für den Beitrag eines Aktivisten der extrem rechten „Identitären Bewegung“ hatte der Burladinger Bürgermeister eindeutig klar gemacht, wo er politisch steht: Ganz rechts außen.
Nun suchte der Burladinger Bürgermeister auch offline den Kontakt zur AfD und „drischt unverhohlen die Parolen der Rechtsnationalen“, so ein treffender Kommentar im „Schwarzwälder Boten“ [2]. Dieser berichtet über einen Text im Amtsblatt über den Antrittsbesuch von Hans Peter Stauch aus Reutlingen im Burladinger Rathaus. Stauch ist Landtagsabgeordneter für die AfD im Wahlkreis 61 Hechingen-Münsingen. Stauch und Ebert verstanden sich dabei offenbar prächtig. Das wundert kaum, da die beiden Herren einige inhaltliche Gemeinsamkeiten haben dürften. So wurde laut Amtsblatt-Text auch über die „Asylantenproblematik“ geredet. Ebert sei demnach froh, dass Burladingen nur wenige Flüchtlinge hätte aufnehmen müssen. Trotzdem beklagt er die „horrenden Ausgaben“ der Unterbringung und nennt es „ein Unding“, dass in Hechingen minderjährige Flüchtlinge in einer Klinik untergebracht worden sind. Wie bei Rechtspopulisten üblich stellt der Bürgermeister dabei die Gruppen der Ärmsten in Konkurrenz zueinander. Er beklagt, dass die minderjährigen Flüchtlinge angeblich ein „Internat mit Vollpension“ zur Verfügung gestellt bekämen, während andere Menschen im Kreis ihren Kindern das Schulmittagessen nicht bezahlen
könnten. Auf die Idee eine Unterstützung für ALLE Bedürftigen zu fordern kommt der Bürgermeister mit seiner nationalistischen Logik aber natürlich nicht.

Mit seinen Äußerungen hat sich der Burladinger Bürgermeister erneut als AfD-Fan geoutet. Sowohl seine Facebook-Likes als auch sein inhaltlicher Flirt mit der AfD sind ein handfester Skandal.
Ebert wurde aber nicht als bekennender AfD-Sympathisant zum Oberbürgermeister gewählt. Vielen Menschen in Burladingen dürften angesichts der offenen Sympathien des Bürgermeisters für eine rechtspopulistische Partei inzwischen Zweifel gekommen sein, ob ihre Stimme für Ebert gut angelegt war.
Andererseits kamen die jüngsten Skandale um Eberts politische Vorlieben gar nicht überraschend. Immerhin reihte sich in Eberts bisheriger Amtszeit ein Skandal an den anderen [3]. Besonders auffällig war dabei seine eklatante Sehschwäche auf dem rechten Auge.

Wir, die Alboffensive, haben genug von diesem Bürgermeister und fordern angesichts seiner jüngsten Eskapaden seinen sofortigen Rücktritt. Das wird er nicht ohne starken Druck geschehen. Diesen können nur die Burladinger Bürgerinnen und Bürger aufbauen. Hier hoffen wir auf Protest und Kritik aus Burladingen.

Moritz Elser, Pressesprecher der Alboffensive, kommentiert: „Die aktive Ignoranz des Burladinger Bürgermeisters gegenüber den rechten Umtrieben in seiner Stadt hat seit Jahresanfang eine Erklärung. Der Bürgermeister hat offenbar selber ein rechtes Weltbild. Er wurde aber von den Burladingerinnen und Burladingern nicht als AfD-Sympathisant gewählt. Somit muss er sein Mandat wieder zur Verfügung stellen.“

[1] Erika Rapthel-Kieser: Burladingen Grupp wählt Grün – und Ebert die AfD?, 10.03.2016, http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.burladingen-grupp-waehlt-gruen-und-ebert-die-afd.0e7c50fd-08ce-49c3-a267-6b6e182601bc.html
[2] Erika Rapthel-Kieser: Burladingen Bürgermeister schwingt rechte Parolen. 27.10.2016, http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.burladingen-buergermeister-schwingt-rechte-parolen.ecce657c-4b39-4096-885e-143389cce8de.html
[3] Siehe Pressemitteilung der Alboffensive vom 30. Mai 2015

Erntedankfeier der Landes-NPD fand offenbar im Zollernalbkreis statt

Anti-AfD
Für den 3. Oktober hatte die NPD und ihre Frauenorganisation „Ring Nationaler Frauen“ (RNF) eine Erntedankfeier angekündigt. In Rahmen dieser Veranstaltung sollte auch eine Landwirtin zum Thema „Landwirtschaft heute – Möglichkeiten jenseits der Industrie“ vortragen. Als Leiterin dieser Veranstalterin wurde Edda Schmidt aus Bisingen benannt.
Schmidt, die RNF-Landesvorsitzende und Beisitzerin im NPD-Landesvorstand ist, nutzte offenbar ihre Heimatregion für diese Veranstaltung. Denn wie eine Kurzmeldung der „Autonomen Antifa Freiburg“ vermeldete, fand die Erntedankfeier von NPD und RNF im Restaurant „Rosenhof“ in Rosenfeld bei Balingen statt.
Wir, die „Alboffensive – kein brauner Alb(t)raum“, halten diese Information für glaubhaft, auch wenn keine Quelle angegeben ist. Frühere Texte der „Autonomen Antifa Freiburg“ enthielten immer wieder Angaben, die fast alle verifiziert werden konnten, und die zum Teil sogar polizeiliche Ermittlungen anstießen.
Unklar ist, ob die BetreiberInnen des „Rosenhof“ von dem Charakter der Veranstaltung wussten. Denn es kommt durchaus vor, dass die anmietende Person die Hintergründe der Veranstaltung verschweigt. Auch solche scheinbar harmlose Veranstaltung wie eine Erntedankfeier werden bei NPD und Co. entsprechend politisch aufgeladen. Bei ihr sind es völkische Feiern, die mit Germanen-Mummenschanz und Abstammungs-Fetischismus verbunden werden. Zudem sind NPD- und RNF-Veranstaltungen auch immer Orte der Vernetzung und Selbstbestätigung im eigenen neonazistischen Weltbild.
Auch wenn die NPD nicht vom derzeitigen Rechtsruck bundesweit profitiert und bei den letzten Landtagswahlen kräftig Federn lassen musste, so ist sie doch weiterhin die wichtigste Organisationsstruktur im Bereich Neonazismus. Ihr Räume zur Verfügung zu stellen, heißt gewaltbereite Neonazis und ihre Fans zu beherbergen.
Wir, die „Alboffensive – kein brauner Alb(t)raum“, appellieren dringend an den „Rosenhof“ sich zu der Veranstaltung zu äußern und eine Wiederholung auszuschließen, andernfalls müssen wir von Sympathien für die NPD und RNF ausgehen.

Zur wieder abgesagten PEGIDA-Kundgebung am 25. September in Sigmaringen

Ein Kommentar der antifaschistischen Kampagne „Alboffensive – kein brauner Alb(t)raum!“

Anti-PEGIDA

In Baden-Württemberg sind die PEGIDA-Ableger bisher bemerkenswert erfolglos geblieben. Lediglich in Karlsruhe finden noch regelmäßig Demonstrationen einer PEGIDA-Nachfolgeorganisation statt. Hier sind sie zu reinen Neonazi-Aufmärschen mutiert, deren Organisation von Mitgliedern und SympathisantInnen der Neonazi-Kleinstpartei „Die Rechte“ übernommen wurde. Von der bürgerlichen Fassade ist dort nicht mehr viel übrig geblieben.
Aber auch da, wie etwa in Dresden, wo noch bürgerliche Rechte und neonazistische Rechte miteinander auf die Straße gehen, sind sie in ihrem rassistischen Weltbild vereint. Lediglich im Ziel gibt es gewisse Differenzen. Der Neonazi will sein „Drittes Reich“ und die rechte Bürgerin will ihre autoritär-stickiges Adenauer-Deutschland zurück haben. Beide blicken auf ihre jeweilige „goldene Zeit“ mit Sehnsucht, weil in dieser Zeit Minderheiten kaum sichtbar waren, also in ihrem völkisch-rassistischen Verständnis Deutschland noch „Deutsch“ war.
Dem rassistischen Weltbild entsprechend sollen „die Anderen“ also draußen bleiben. Diese „Anderen“ sind je nach politischer Konjunktur und Vorliebe zum Beispiel „die Flüchtlinge“, „die Muslime“ oder „die Roma“.

Mit diesen Feindbilder und Feindmarkierungen lassen sich auch im Kreis Sigmaringen Menschen mobilisieren. So gut wie unbemerkt, mobilisierte die Facebook-Gruppe „Bildung statt BEA – Bad Saulgau“, unter dem Motto „Oberschwaben wehrt sich gegen Asylmissbrauch!“, in Bad Salgau Menschen gegen die Einrichtung einer „Bedarfsorientierten Erstaufnahmeeinrichtung“, kurz BEA. Vom Oktober bis zum November 2015 und noch einmal im März 2016 fanden bis zu sechs Kundgebungen mit bis zu 100 Beteiligten statt.
In Sigmaringen selbst gab es seit dem November 2014 Protest gegen die Unterbringung von Flüchtlingen in der Graf-Stauffenberg-Kaserne. Dieser bündelte sich online in der Facebook-Gruppe „Nein zum Heim in Sigmaringen“.

Am 25. September 2016 plante nun PEGIDA Dreiländereck in Sigmaringen auf dem Leopoldplatz 15 Uhr eine Kundgebung abzuhalten. Als Anmelder fungierte ein Marc Toller aus Meßkirch, der seine Anmeldung inzwischen wieder zurück gezogen hat. Er war gleichzeitig auch der einzige angekündigte Redner. Toller war früher offenbar in der örtlichen AfD aktiv [1].
Auch in Sigmaringen existiert eine Kreisverband der AfD. Mit dem Tübinger Markus Frohnmaier als zeitweiligen Kreissprecher der AfD Sigmaringen seit 2014 und Moritz Brodbeck als zeitweiligen stellvertretenden Kreisvorsitzenden waren auch zwei ausgesprochene Hardliner der AfD Mitglied im Kreisvorstand.
Der AfD-Landtagsabgeordnete Lars-Patrick Berg war bis Sommer 2014 sogar ein knappes Jahr als Pressesprecher im Landratsamt in Sigmaringen tätig. Anschließend wechselte er als Pressesprecher für die AfD ins Europaparlament nach Brüssel.

Gegen die PEGIDA-Kundgebung formierte sich vor Ort schnell Widerstand [2]. Auch wenn es damit noch lange nicht getan ist, müssen rechte Aufmärsche und rassistische Straßenproteste verhindert und blockiert werden. Es hat sich gezeigt, wo PEGIDA entschieden und zahlreich gegenüber getreten wurde, da konnte sich die rechtspopulistische Bewegung sich nicht etablieren.
Auch die Alboffensive plante sich am Gegenprotest zu beteiligen. Leider vertreten die Anmelderinnen der, ursprünglich in Reaktion auf die PEGIDA-Kundgebung, angemeldeten Veranstaltung unter dem Titel „Sigmaringen ist bunt“ eine Position, die sie selbst als „unpolitisch“ bezeichnen. Daraus resultiert die widersprüchliche Haltung, sich zwar gegen Rassismus zu positionieren, nicht aber zu PEGIDA äußern zu wollen.
Am Sonntag, den 25. September, sollen deswegen bei „Sigmaringen ist bunt“ explizit keine politische Reden gehalten werden. Stattdessen soll eine Pro-Flüchtlingsveranstaltung unter Einbezug der Geflüchteten stattfinden. Die Zusammenarbeit mit Geflüchteten ist ausdrücklich zu begrüßen.
Wir als Alboffensive halten aber diese entpolitisierte Haltung für einen großen Fehler. Rechte Erscheinungen verschwinden in der Regel nicht, wenn über sie geschwiegen wird. Eine klare antifaschistische Position und eine explizite Benennung der Probleme ist notwendig. Erscheinungen wie PEGIDA, AfD oder Neonazis verschwinden nicht dadurch, dass man sie ignoriert. Wir sehen uns deswegen nicht in der Lage die Veranstaltung am 25. September zu unterstützen, wünschen ihr aber viel Erfolg. Es ist generell erst einmal zu begrüßen, wenn Menschen vor Ort auf eine anstehende rechte Veranstaltung reagieren, auch wenn wir die Haltung für falsch halten.

Rassismus Grenzen aufzeigen!


ANMERKUNGEN

[1] http://keinealternative.blogsport.de/2016/09/17/sigmaringen-pegida-redner-aus-den-reihen-der-afd/
[2] Michael Hescheler und Christoph Wartenberg: Pegida-Gegner rufen zur Gegenkundgebung auf, http://www.schwaebische.de/region_artikel,-Pegida-Gegner-rufen-zur-Gegenkundgebung-auf-_arid,10529739_toid,623.html

Rechtes Kampfsport-Turnier in Leipzig mit Beteiligung aus Balingen

Am 27. August demonstrierten in Leipzig knapp 1.000 Menschen unter dem Motto „Rechte Netzwerke zerschlagen!“ [1] gegen die fünfte rechtslastige Kampfsport-Turnierveranstaltung in der Kategorie „Mixed Martial Arts“ (MMA) mit dem Titel „Imperium Fighting Championship” (IFC) in der Lokalität „Kohlrabirkus“.
rechte Netzwerke zerschlagen
Im Vorfeld hatte eine antifaschistische Recherchegruppe umfassend auf die Verstrickungen der Organisatoren des Spektakels, einiger antretender Gruppen und einiger Sponsoren mit der extrem rechten Szene hingewiesen [2]. Der Veranstalter Benjamin Brinsa, ein rechter Hooligan, und sein „Imperium Fight Team“ werden sachkundig der rechten Szene zugeordnet. Kritiker*innen sprachen von: „Zusammenhänge[n] zwischen Neonazi-Organisationen, rassistischen Bewegungen, Rotlicht-Milieu, Security-Firmen, der Rockerszene, der Hooligan-Szene, der Kampfsportszene und anderen Milieus“.
Mitglieder aus diesen Zusammenhängen waren auch an dem Angriff von Neonazis und rechten Hooligans auf den linksalternativen Stadtteil Connewitz am 11. Januar 2016 beteiligt. Darüber berichtete auch das Magazin MDR-Exakt [3]: „Neben Kampfsportlern aus Thüringen und Dresden identifizierte die Polizei in Connewitz auch drei Aktive des Eilenburger „Imperium Fight Team“. Gegen ihren Auftritt bei einer Kampfsportnacht in Leipzig hatten am Sonnabend rund 1000 Menschen demonstriert.“
Andere IFC-Kampfssportler beteiligten sich am Leipziger PEGIDA-Ableger LEGIDA.
Selbst die sächsische Landesregierung musste auf die Anfrage einer Linkspartei-Abgeordneten hin einräumen: „Der Staatsregierung liegen Erkenntnisse vor, dass sich unter den Kämpfern der Veranstaltung ‚Imperium Fighting Championsship V‘ am 27. August 2016 in Leipzig einzelne Rechtsextreme befinden“ [4].

Die Auseinandersetzungen um das IFC eskalierten bereits am 26. August, als 20 bis 30 rechte Kampfsportfans den linksalternativen Techno-Club „Institut fuer Zukunft“ angriffen [5]. Dessen Büro befindet ebenfalls im „Kohlrabirkus“. Laut einer Pressemitteilung sollen die Angreifer versucht haben, sich gewaltsam Zutritt zu dem Club zu verschaffen. Augenzeug*innen berichteten, wie ein Teil der Gruppe mit Eisenstangen und Zangen bewaffnet zunächst auf die vor dem Eingang aufgestellten Zäune losging, während ein anderer Teil sich im Inneren an einer verschlossenen Tür zu Gange machte und versuchte, diese aufzubrechen. Beides ohne Erfolg. Als die Polizei eintraf, zogen sich die Angreifer zurück.
Neila Schmidt, Pressesprecherin des „Institut fuer Zukunft“, spracht von einem „gezielten Angriff“ auf den linken Club.
Diese Angriffe setzten sich am Folgetag fort. Während die antifaschistische Demonstration am 27. August friedlich blieb, gab es seitens der IFC-Teilnehmer mehrere Angriffe auf Journalist*innen und Teilnehmende der Gegendemonstration, so der Leipziger Polizeisprecher Andreas Loepki. Unter anderem wurde ein Journalist von „Die Zeit“ durch eine Flasche verletzt [5].

Was hat das Ganze mit dem Zollernalbkreis zu tun?
Auch aus dem Zollernalbkreis kamen mit Alexandros Michaildis und Alex Rose zwei von insgesamt 26 Kämpfern, die an dem Free-Fight-Event teilnahmen. Beide stammen aus dem Team „Planet Eater Balingen“, was seit 2013 ein Trainings-Gym in Bisingen betreibt.
Weder die beiden Kämpfer noch die Kampfsportschule als solche ist bisher durch rechte Umtriebe aufgefallen. Der Recherche-Text erwähnt aber auch dass der „Planet Eater“-Chef „Peter Sobotta mit Benjamin Brinsa seit Jahren befreundet ist.“ [2]
So müssen sich die „Planet Eater“ fragen lassen, warum sie an diesem umstrittenen Kampfsportevent in Leipzig teilgenommen haben.
Die Kampagne „Alboffensive – kein brauner Alb(t)raum“ kritisiert die Teilnahme an dem rechtslastigen Turnier und hofft auf eine nachträgliche Erklärung und Distanzierung von Seiten der „Planet Eater“.

[1] https://netzwerke.noblogs.org/
[2] https://www.inventati.org/leipzig/?p=4378
[3] http://www.mdr.de/exakt/ueberfall-leipzig-100.html
[4] http://www.lvz.de/Leipzig/Polizeiticker/Polizeiticker-Leipzig/Ermittlungen-nach-Freefight-Abend-in-Leipzig-Ulbig-Rechtsextreme-unter-den-Kaempfern
[5] http://kreuzer-leipzig.de/2016/08/03/das-imperium-schlaegt-zurueck/, http://www.lvz.de/Leipzig/Polizeiticker/Polizeiticker-Leipzig/Vor-Freefight-Event-Polizeieinsatz-am-Kohlrabizirkus
[6] http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2016/08/28/rechtes-kampfevent-in-leipzig_22255

Kommentar zur Landtagswahl: 18 Prozent für die AfD sind 18 Prozent zuviel!

Die rechtspopulistische „Alternative für Deutschland“ (AfD) hat im Wahlkreis Balingen 18 Prozent der abgegebenen Stimmen erhalten. Mit ihrem Ergebnis liegt sie sogar noch über dem Landesdurchschnitt von 15 Prozent und kann mit Stefan Herre aus Balingen einen Abgeordneten in den Landtag von Baden-Württemberg entsenden. Herre ist bisher ein unbeschriebenes Blatt. Er verkauft sich gegenüber den Medien als „Konservativer“, setzt aber auf Facebook ein Like für die „Patriotische Plattform – Sachsen“ und „Pegida BW – Stuttgart“. Dabei dürfte es sich ebensowenig wie bei Beatrix von Storch um einen ‚Mausrutscher‘ handeln. Auch das diese als Referentin in letzter Minute ausgeladen wurde, darf getrost als taktisch Zurücknahme angesehen werden.

Stefan Herre (AfD-MdL), Facebook-Profil
Screenshot vom Facebook-Profil von Stefan Herre, inkl. Like für PEGIDA (markiert)

Immerhin besuchten AktivistInnen des AfD-Kreisverbandes Zollernalb am 19. Mai 2015 eine PEGIDA-Demonstration in Villingen. Drei dieser BesucherInnen tauchten auf einem Bild des im November 2015 neu gewählten AfD-Kreisvorstandes auf, sind also offensichtlich Mitglieder im Kreisvorstand.
Das Landtagswahlprogramm der AfD weist die Partei auch im Südwesten als deutlich rechtspopulistische Partei aus. Es ist davon auszugehen, dass die AfD nicht einfach nur aus Unmut und Protest, sondern als explizit als rechte Partei gewählt worden ist. Zusammen mit den rechten Konkurrenzparteien ALFA, NPD und Republikanern haben sich ein Fünftel der WählerInnen im Wahlkreis Balingen dafür entschieden einer (extrem) rechten Partei ihre Stimme zu geben.
Damit offenbart sich ein bedenkliches, antidemokratisches Potenzial.
Die antifaschistische Kampagne „Alboffensive – kein brauner Alb(t)raum“ wird auch in Zukunft versuchen dem etwas entgegen zu setzen.

Mobilisierung von der Zollernalb zur homophoben „Demo für alle“ in Stuttgart

Zur Teilnahme an der antifeministischen, homo- und transphoben „Demo für alle“ am 28. Februar in Stuttgart wurde auch aus dem Zollernalbkreis mobilisiert, und das konfessionsübergreifend.
Darüber informiert nachfolgend ein Text der „Alboffensive – kein brauner Alb(t)raum“.

Die vor allem von christlich-konservativen bis christlich-fundamentalistischen Kräften getragene Demonstration in Stuttgart richtet sich gegen den Bildungsplan, insbesondere die darin ursprünglich vorgesehene „Verankerung der Akzeptanz sexueller Vielfalt“, gegen die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare, gegen eine angebliche ‚Frühsexualisierung‘ und gegen die ‚Gender-Ideologie‘, worunter eine weltweite feministische Verschwörung zur „Auflösung der traditionellen Familie“ verstanden wird.
In Stuttgart gingen am Sonntag bereits zum neunten Mal mehrere tausend Menschen für diese reaktionäre Agenda auf die Straße. Dabei kommen „gefährliche Allianzen“ zustande, wie es das „Antifaschistische Aktionsbündnis Stuttgart“ treffend bezeichnete.
Straßen-Nazis, NPD-Mitglieder, AfDler, rechtskonservative ChristdemokratInnen, Rechtsklerikale und Mitglieder rechtslastiger Politsekten mischen sich mit evangelikalen Bibelteuen und katholischen Papsttreuen zu einer ungesunden Suppe.
Viele der Protestierenden kommen aus dem ländlichen, eher konservativ geprägten Raum. Um sie nach Stuttgart zu bringen werden neben der individuellen Anreise offenbar auch gemeinsame Bus-Anfahrten organisiert. So auch aus dem Zollernalbkreis.

Fahrt zur

Im Internet, wie auch in einem Pfarrblatt, wurde für eine gemeinsame Fahrt zur „Demo für alle“ geworben.

Anfahrt von Strassberg aus

Das geschah bereits zum zweiten Mal. Bereits zu der „Demo für alle“ in Stuttgart am 11. Oktober 2015 wurde für eine gemeinsame Anfahrt von Winterlingen und Straßberg aus mobilisiert.
Als Kontaktadressen werden das Evangelische Pfarramt Winterlingen und das Katholische Pfarramt Straßberg genannt. In dem Text ist die Rede davon, dass „Bürgerinnen und Bürger gebeten“ werden „gegen die Gender- Agenda und die Gefährdung unserer Kinder in Baden-Württemberg demonstrieren.“ Man lade „in ökumenischer Verbundenheit zur Teilnahme ein.“

Die Beteiligung des Evangelischen Pfarramt Winterlingen an der Busfahrt zur homophoben „Demo für alle“ verwundert kaum. Die Alboffensive machte bereits in einer Pressemitteilung vom 23. November 2013 unter der Überschrift „Kein Zeugnis christlicher Nächstenliebe“ darauf aufmerksam, dass der evangelische Pfarrer von Winterlingen durch seine Homophobie in Erscheinung getreten ist:
Auf einem evangelikalen Online-Portal hat sich der Pfarrer Ernst Nestele aus Winterlingen im Zollern-Alb-Kreis in einem theologisch begründeten Text gegen die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften ausgesprochen. Der dort erschienene Text ist ein leicht überarbeiteter Beitrag, der im Deutschen Pfarrerblatt 10/2013 erschienen ist.
Unter der Überschrift „Kein Segen für gleichgeschlechtliche Partnerschaften“ bezieht sich der Kirchenmann in einer engen Auslegung auf die Bibel, in der sich keine Begründung für eine solche Segnung fände:

„Exegetisch ist es deshalb völlig ausgeschlossen, aus dem biblischen Befund eine Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften abzuleiten, wie er nach Gen 1,27 dem weiblichen und männlichen Paar […] zugesprochen wurde.“

Aus diesem der reinen schriftgläubigen und sehr selektiven Bibel-Verständnis leitet der Pfarrer eine Ablehnung der Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften ab.
Nestele ist der Meinung, nicht-heterosexuelle Paare hätten den kirchlichen Segen nicht verdient, es sei „den Betroffenen [!] gegenüber unredlich, ihnen etwas zu versprechen, was nicht einzulösen ist.“
Keinesfalls ist so eine Äußerung als religiöse Privat-Überzeugung zu verstehen. Es handelt sich ja um einen offiziellen Vertreter einer Kirche, der sich hier öffentlich äußert.
Die aus religiösen Überzeugungen abgeleitete Verweigerung des menschenrechtlichen Grundsatzes „Alle Menschen sind gleich“ zu behandeln, ist tatsächlich eine Art Diskriminierungs-Aufforderung. Christlich orientierten homosexuellen Paaren soll die kirchliche Segnung verweigert werden. Das ist alles andere als ein Akt ‚christlicher Nächstenliebe‘, sondern die Verweigerung dieser. Damit sollen Menschen mit homosexueller Orientierung innerhalb der Kirche zu Menschen zweiter Klasse gemacht werden. Es ist nicht wichtig, dass sich Menschen aufrichtig lieben, sondern wer liebt wen.
Gerade im ländlich und konservativ geprägten Raum haben es Menschen, die sich nicht als heterosexuell verstehen (Lesben, Schwule, Inter- und Transsexuelle), schwer Akzeptanz zu finden und schrecken z.B. deswegen vor einem Outing zurück. Konservative Kirchen-VertreterInnen wie Ernst Nestle leisten dazu ihren Beitrag.

Sowohl der katholische als auch der evangelische Pfarrer von Winterlingen finden sich als Unterzeichner des 2014 veröffentlichten Aufrufs „Widersteht der Gender-Ideologie!“, der vor allem von Mitgliedern des fundamentalistischen Randes des Christentum unterstützt wird. Inhaltlich werden mit Berufung auf die Bibel Geschlechtsidentitäten jenseits von Heterosexualität abgelehnt. Man ist gegen die „Aufwertung der Homosexualität und ihre Gleichstellung mit der Heterosexualität“. Als Ursache für eine Modernisierung und Pluralisierung der Gesellschaft auch im Bereich Geschlechter wird eine Art Verschwörung ausgemacht, der „Genderismus“. Zu diesem heißt es im Aufruf:

„Der Genderismus ist also atheistisch und anti-theistisch und somit, wie Papst Franziskus hervorhebt, satanischen Ursprungs.“

Diese Ideologie, so heißt es weiter, bereite dem „Antichristen den Weg“.

Homophobie, worunter die Alboffensive ausdrücklich auch die Nicht-Anerkennung einer Gleichbehandlung versteht, ist keine durch die Religionsfreiheit legitimierte Haltung, sondern eine Form der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit. Das gilt auch für die Mobilisierung zur homophoben „Demo für alle“ in Stuttgart von der Zollernalb aus.
Wir würden uns freuen, wenn PfarrerInnen in der Region mit einer menschlicheren und zeitgemäßeren christlichen Einstellung offen Position gegen ihre Kollegen beziehen würden.

Balingen: AfD-Veranstaltung mit rechtskonservativen Europaabgeordneten geplant

Beatrix von Storch, Berlin 2014
Die „Alboffensive – Kein brauner Alb(t)raum“ hat von einer geplanten Veranstaltung der rechtspopulistischen „Alternative für Deutschland“ (AfD) in Balingen erfahren. Auf der Homepage des baden-württembergischen Landesverbandes der AfD wird angegeben, dass am 26. Februar 2016 in der Stadthalle von Balingen Beatrix von Storch auftreten soll.
Die AfD-Europaabgeordnete Beatrix von Storch aus Berlin gilt innerhalb ihrer Partei als Vertreterin einer reaktionär-christlichen Strömung. Die taz nannte sie „die Galionsfigur der national-konservativen Szene in Deutschland“ und das Antifa-Fachmagazin „der rechte rand“ bezeichnete sie als eine „Lautsprecherin der Evangelikalen“.

Bereits an der Gründung der AfD war von Storch maßgeblich beteiligt. Davor agierte sie mittels des 2006 gegründeten Verein „Zivilen Koalition für Deutschland e.V.“, einer rechtskonservativen pressuregroup.
Ihre Ressourcen nutzt die Adelige seit Jahren um eine reaktionäre Agenda voranzutreiben, wobei ihr der 2014 errungene Europaparlamentssitz hilft ihre antifeministischen und homophoben Positionen ins EU-Parlament einzubringen.
Konkret heißt das, dass sie gegen das Recht von Frauen auf Schwangerschaftsabbrüche, gegen die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare und gegen Gleichstellungsprogramme für Frauen agitiert.

Wir, die Alboffensive, sagen deutlich: Frau Storch und ihre Positionen sind hier unerwünscht!
Als besonders skandalös empfinden wir es, dass die rechtspopulistische AfD für ihre Veranstaltung die Stadthalle nutzen kann.
Deswegen appellieren wir dringend an die Stadt Balingen der AfD diesen Veranstaltungsort zu kündigen.

Moritz Elser, Pressesprecher der Alboffensive, kommentiert: „Die AfD ist eine rechtspopulistische Partei, die faktisch das Erbe der Republikaner-Partei angetreten hat. Sie hetzt gegen Minderheiten wie Flüchtlinge, Muslime oder Schwule und Lesben. Wenn ihr die Stadthalle zur Verfügung gestellt wird, dann wird ihrer Hetze sprichwörtlich Tür und Tor geöffnet. Stattdessen sollte dem aber ein Riegel vorgeschoben werden.“



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