Hindenburg verdient keine Ehre – für einen Namenswechsel!

In Balingen wird derzeit über die Umbenennung des Hindenburgplatzes und der Hindenburgstraße gestritten, die von den „Freien Wählern“ und Bündnis90/Die Grünen gefordert wird.
Die antifaschistische Kampagne „Alboffensive – kein brauner Alb(t)raum“ unterstützt die Forderung nach dem längst überfälligen Namenswechsel des Platzes und der Straße in Balingen.

Zur Erinnerung: Paul von Hindenburg (1847-1934) war ein deutscher Generalfeldmarschall, der im Ersten Weltkrieg mit anderen Befehlshabern hunderttausende junger Männer als Soldaten per Befehl in den Tod schickte. Von 1916 bis 1918 war die Macht der von ihm geführten Oberste Heeresleitung derart angewachsen, dass viele Historiker*innen von einer „Militärdiktatur“ sprechen.
Im Jahr 1925 wurde Hindenburg zum zweiten Reichspräsidenten der Weimarer Republik gewählt und 1932 wiedergewählt. Ab 1930 schwächte er die parlamentarische Demokratie, indem er mittels Notverordnungen parlamentarisch-demokratisch gewählte Regierungen entmachtete. Unter dem überzeugten Monarchisten entstand ein autoritäres Präsidialregime. Am 30. Januar 1933 ernannte er Adolf Hitler zum Reichskanzler. Zu Recht wird Hindenburg deswegen als Steigbügelhalter Hitlers bezeichnet.
Als angesehener Feldherr stellte er sich bis zu seinem Tod propagandistisch in den Dienst der Nazis und stützte so die NS-Diktatur.

Hitler und Hindenburg

Herre ergreift die Partei Hindenburgs und übt sich in Geschichtsklitterung
Der AfD-Landtagsabgeordnete Stefan Herre aus Balingen galt bisher immer als Leisetreter in seiner Partei. Seine Parteinahme für Paul von den Hindenburg, den Steigbügelhalter Hitlers, zeigt aber, dass er genau in der richtigen Partei Mitglied ist.
In einer Pressemitteilung vom 28. September 2017 schrieb er: „Wie hätte Hindenburg erkennen können, welche Folgen sein Handeln haben wird? Es ist arrogant und absolut subjektiv, die Vergangenheit aus der Gegenwart heraus zu bewerten. Für die Menschen damals war er das erste Staatsoberhaupt, das direkt gewählt wurde. […] Es hilft sicher nicht, einen Mann wie Hindenburg, der seinerzeit als ‚Hüter der Verfassung‘ galt, nachträglich zu dämonisieren und aus unserer Erinnerung streichen zu wollen. Wichtiger ist es, die historischen und politischen Zusammenhänge zu erklären.“
Hier ignoriert Herre Hindenburgs aktives antidemokratisches Verhalten 1916-18 und ab 1930 und das Hindenburg Hitler an der Macht ein Jahr stützte. Um sein politische Programm machte Hitler nie ein großes Geheimnis, es ist in seinem Buch „Mein Kampf“ niedergelegt. Das heißt Hindenburg wusste durchaus, was Hitler und die NSDAP wollte. Auch haben die Nationalsozialisten bereits nach der Machtübergabe an sie ab Januar 1933 systematisch Verbrechen gegen ihre politischen Gegner*innen, also vor allem Sozialdemokrat*innen und Kommunist*innen, verübt. Bereits vor 1933 waren sie verantwortlich für Straßenterror gegen ihre politischen Gegner*innen, sowie gegen Jüd*innen und Juden. Der terroristische Charakter des Nationalsozialismus entfaltete sich keinesfalls erst nach dem Tod Hindenburgs, sondern war bereits von Beginn an sichtbar und für davon Betroffene auch spürbar. Dieser Terror geschah mit der Übernahme der Staatsgewalt systematisch. Hier in der Region wurde in diesem Zug beispielsweise das KZ Heuberg bei Albstadt eingerichtet.
Die Lektüre des entsprechenden Wikipedia-Eintrags über Hindenburg hätte kritisches Wissen über den Generalfeldmarschall auch Herre zugänglich gemacht.
Doch vielleicht handelt es sich gar nicht um Unwissen und Dummheit? Immerhin dürften sich größere Teile der AfD in der Person Hindenburg durchaus wieder finden:
* in seinem Deutschnationalismus
* in seinem Hass auf alle Linke
* in seinem Lob der deutschen Soldaten; erinnert sei an Gaulands Wehrmachts-Lob
* in seinem Bündnis mit faschistischen Kräften, bei Hindenburg mit der NSDAP, bei der AfD mit dem Höcke-Flügel
* in dem von Hindenburg verkörperten Bedürfnis nach einem starken Mann, welches sich an der AfD-Basis u.a. in Sympathien für Putin oder Orban ausdrückt

Insgesamt plädiert Herre zwar für einen irgendwie kritischen Umgang mit der Person Hindenburgs, verharmlost aber Hindenburgs historische Rolle als de-facto-Militärdiktator und Steigbügelhalter Hitlers. Herre ist gewillt antidemokratische Positionen zu ignorieren oder gar zu tolerieren. Das tut er nicht nur mit Blick auf Hindenburg, sondern offenbar auch in seiner eigenen Partei. Nur so ist zu erklären dass er, im Gegensatz zu anderen, weiterhin in der AfD verbleibt.

Unsere Alternative: Gog statt Hindenburg!
Es bleibt festzustellen: Hindenburg ist kein guter Straßennamens-Patenonkel! Der Platz und die Straße gehören umbenannt. Die Alboffensive schlägt als Namenspate den Anarchisten und Vagabunden-Aktivisten Gregor Gog (1891-1945) vor. Gog lebte eine Zeit lang in Balingen und hat damit anders als Hindenburg auch eine persönliche Verbindung zum Ort. Er gründete die „Bruderschaft der Vagabunden“ mit, eine politische (Selbst-)Organisation für Obdachlose in der Weimarer Republik. Gog floh 1929 vor einer drohenden Gefängnisstrafe – er wurde wegen Gotteslästerung zu einer Geldstrafe verurteilt, die er nicht zahlte – in die Sowjetunion. Hier wechselte Gog zum Parteikommunismus und trat 1932 der KPD bei. Gogs Gesinnungswechsel verwundert, hatte sich er sich doch anfangs stark gegen parteikommunistische Vereinnahmungsversuche gestellt. Gog und seine Frau Anni Geiger-Gog wurden von der Gestapo verhaftet. Gog wurde in Württemberg ins KZ Heuberg gesperrt und nach siebeneinhalb Monate „zur Heilbehandlung“ entlassen. Er konnte im Juni 1934 über die Schweiz in die Sowjetunion fliehen und starb im Oktober 1945 in Taschkent isoliert und vergessen an einer Krankheit.
Wir als Alboffensive wünschen uns diese Person dem Vergessen zu entreißen. Deswegen lautet unsere Forderung: Statt dem Generalfeldmarschall soll nach dem Obdachlosen-Aktivisten ein Platz oder einen Straße benannt werden!

AfD-Kundgebung am 12. September in Sigmaringen? Nicht ohne unseren Protest!

Anti-AfD
Freiluft-Veranstaltungen der AfD sind in Baden-Württemberg Mangelware. Eine der wenigen wird am 12. September 2017 18 Uhr auf dem Leopoldsplatz in Sigmaringen stattfinden.
Sigmaringen ist für die AfD bisher ein dankbares Rückzugsgebiet gewesen. Seit Mai 2016 finden im „Zoller-Hof“ regelmäßig AfD-Vortragsveranstaltungen statt.
Zudem wurden hier tausende Unterschriften gegen eine in Sigmaringen befindliche „Landeserstaufnahmestelle“ gesammelt. Vermutlich ist das der Grund für die Wahl des Kundgebungsortes.

Als Redner angekündigt sind am 12. September fünf Männer – Frauen sind trotz der Parteivorsitzenden in der Altmännerpartei AfD nämlich eher Mangelware. Sprechen sollen Guido Reil aus Essen (der Alibi-Arbeiter der AfD aus dem Ruhrpott), Hans Peter Hörner aus Hechingen (Direktkandidat zur Bundestagswahl 2017 im Zollernalbkreis/Sigmaringen), Jörg Meuthen (Co-Bundesvorsitzender und Fraktionsvorsitzender im Landtag von Baden-Württemberg), Ralf Özkara (Landessprecher der AfD in Baden-Württemberg) und Markus Frohnmaier (Bundesvorsitzender der „Jungen Alternative“ und Sprecher von Alice Weidel).

Wir wollen die AfD nicht ohne Gegenprotest ihre Kundgebung abhalten lassen, deswegen rufen wir zum Gegenprotest auf!
Wir wollen Krach machen gegen die AfD. Bringt daher alle Sachen mit, mit denen ihr so richtig laut Krach machen könnt (Trillerpfeifen, Ratschen, Trommeln usw.).

Der Zug nach Sigmaringen fährt über Tübingen, Rottenburg, Hechingen und Balingen. Die Fahrt nach Sigmaringen geht per Hohenzollerische Landesbahn.

Abfahrt und Zwischenhalte (Auswahl):
- Tübingen Hbf, ab 15:28, Gleis 2 , er Treff beim Tübinger Hbf. wäre deswegen 15.15 Uhr
- Hechingen, ab 15:52, Gleis 1
- Balingen(Württ), ab 16:11, Gleis 3

Ankunft in Sigmaringen ist 16:56 Uhr

Der letzte Zug von Sigmaringen fährt übrigens 21:53 Uhr ab und kommt 23:03 Uhr dort an. Also besser nicht verpassen!

Kein Bock auf die AfD in Albstadt-Tailfingen!

Heute veranstaltet die AfD in der Zollernalb-Halle in Tailfingen ihren Wahlkampfauftakt. Das es sich bei der AfD um eine rechtspopulistische Partei handelt, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Dabei wechselt sie die Feindbilder je nach politischer Konjunktur. Angefangen hatte sie mit einer standortnationalistischen Kampagne gegen EU und Euro. Später wurde gegen das Feindbild Flüchtling mobil gemacht. Danach kam das Feindbild Islam an die Reihe.

Der Kreisverband
Der AfD-Kreisverband Zollernalb und sein Vorsitzender, der AfD-Landtagsabgeordnete Stefan Herre, stellen sich gerne bürgerlich und gemäßigt dar. Doch der Ton hat des Kreisverbandes hat sich auf Facebook in den letzten Monaten drastisch zugespitzt. So hieß es am 22. Mai 2017 beim AfD-Kreisverband Zollernalb auf Facebook: „Schäuble ist ein Sozialist, leider kann man es nicht mehr anders sagen. Die Enteignung geht ungebremst weiter mit voller Zustimmung der Bundesregierung.“
Wer den CDU-Finanzminister Schäuble ernshaft für einen Sozialisten hält, offenbart dass sie oder er in einer rechten Parallelwelt lebt.
Am 8. Juni 2017 hieß es ebenso auf Facebook: „Zeit für Veränderungen in unserem Land. Wir gehen jede Wette ein, mit uns läuft die Remigration besser. Versprochen.“
Mit der rechten Vokabel „Remigration“ ist die massenhafte Abschiebung gemeint. Vor der AfD verwendeten sie nur ultrarechte Splittergruppen. In ihrem neuem Programm zur Bundestagswahl fordert die AfD konkret die Abschiebung von mindestens 200.000 Menschen pro Jahr. Die Umsetzung dieser Forderung hätte massenhaftes Leid zur Folge. Menschen würden zurückgeworfen werden in Kriegs- und Konfliktgebiete, in Elend und Unsicherheit, in Armut.

Die Redner
Neben Stefan Herre sollen auf der AfD-Veranstaltung zwei Personen reden. Zum einen Marc Jongen und zum anderen Martin Hess.

Marc Jongen aus Karlsruhe gilt als der Parteiphilosoph der AfD. Tatsächlich ist er Dozent für Philosophie an der „Hochschule für Gestaltung“ Karlsruhe. Dadurch mit dem entsprechenten Vokabular gewappnet, versucht er den Positionen der AfD einen intellektuellen Anstrich zu geben. Man sollte sich aber nicht dadurch täuschen lassen. Wenn Jongen von der fehlenden thymotischen Energie der Deutschen spricht, beklagt er den fehlenden Nationalismus.
Jongen ist seit März 2017 einer der beiden AfD-Landessprecher und war Programmkoordinator der AfD Baden-Württemberg.
Seit geraumer Zeit nähert er sich der Neuen Rechten an, die ebenfalls versucht ihrem Rechtsradikalismus einen intellektuellen Anstrich zu verleihen.
Das ändert aber am Inhalt nichts. Und zwischen seinen Schachtelsätzen klingt Jongen dann doch genauso wie PEGIDA. Etwa, wenn er im Mai 2017 verkündete: „Wir haben das Kirchengeläut gegen den Ruf des Muezzins zu verteidigen.“

Der zweite Referent ist Martin Hess aus Bietigheim-Bissingen. Er ist oder war Dozent an der Hochschule für Polizei. Das ein Polizist auch Pressesprecher der AfD Baden-Württemberg, seit März 2017 stellvertretender Landesvorsitzender im AfD-Landesvorstand und AfD-Kandidat zur Bundestagswahl 2017 im Kreis Ludwigsburg ist, darf als besorgniserregend bezeichnet werden. Leider handelt es sich um keinen Einzelfall. In den Reihen der AfD engagieren sich Dutzende von Polizeibeamten und Bundeswehrsoldaten.
Das ist äußerst bedenklich. Denn die Polizei hat Zugriff auf sensible Daten und wird natürlich auch gegen Anti-AfD-Proteste eingesetzt. Zudem können Polizeibeamte mit AfD-Sympathien ihre KollegInnen agitieren.

Die Chaostruppe AfD
Der größte Feind der AfD ist übrigens derzeit die AfD selber. Auch wenn wir gerne unseren Beitrag leisten. Die Partei ist eine unglaubliche Chaostruppe. Hier intrigiert jede gegen jeden. Dabei geht es um Inhalte, aber ebenso um Posten, Karriere, Selbstdarstellung und Geltungsdrang.
Diese Streitereien erstrecken sich hinein bis in die Kreisverbände. Derzeit versuchen beispielsweise die Kreisverbände Zollernalb und Sigmaringen ihren eigenen Kandidaten zur Bundestagswahl abzusägen. Gemeint ist der Landtagsabgeordnete Heinrich Fiechtner aus Stuttgart, der sich auch innerhalb der AfD-Fraktion isoliert hat. Er wurde beim heutigen Wahlkampfauftakt nicht als Redner angekündigt. Offenbar muss der Wahlkampfauftakt der AfD im Kreis ohne ihren bisherigen Kandidaten stattfinden. Peinlichpeinlich.

Die AfD – keine Alternative zum Besseren!
Wir sagen es ganz offen, wir wollen die AfD hier nicht und anderswo auch nicht. Diese Partei ist sowohl Akteur als auch Profiteur des anhaltenden Rechtsrucks in einem Teil der Bevölkerung. Bedauerlicherweise gibt sie in der öffentlichen Debatte und im Diskurs häufig den Ton an. Teile der etablierten Politik und Teile Medien fühlen sich häufig genötigt auf die AfD einzugehen und Zugeständnisse zu machen. Die Gefahr der AfD ist derzeit nicht, dass sie die Regierungsgewalt erringt, sondern dass sie indirekt Einfluss nimmt. Nämlich das andere Parteien Teile der AfD-Programmatik übernehmen und umsetzen.
So gilt es nicht nur der AfD entgegen zu treten, sondern auch ihrem Sound. Egal, wo er ertönt!
Heute machen wir einen Anfang und werden der AfD auf die Nerven gehen.

Alboffensive twittert jetzt auch

Wir ergeben uns den Zwängen der modernen Kommunikation und sind jetzt auch bei Twitter vertreten: https://twitter.com/AlbOffensive

Kommentar der Alboffensive zur Brandstiftung in Hechingen am 5. März

Wie der Presse zu entnehmen war [1], soll laut Polizei die Brandstiftung an der Ausstellung der libanesischen Künstlerin Rania Akl am 5. März 2017 in Hechingen keine rechten Motive haben.
Uns ist nicht genau klar, wie die Polizei zu dieser Einschätzung kommt, aber wir vermuten, dass die Polizei zu diesem Schluss gekommen ist, auf Grund der Beschreibung der mutmaßlichen Tatverdächtigen („mit südländischer/slawischer Erscheinung“).

Dazu meinen wir als Alboffensive:
1. Tatverdächtige sind noch lange keine TäterInnen.
2. Einmal abgesehen davon, ist die ethnisierende Zuschreibung der Tatverdächtigen als Personen mit „südländischer/slawischer Erscheinung“ höchst problematisch. Unter solchen pauschalisierenden Beschreibungen stellt sich gemeinhin jedeR etwas anderes vor. So werden nur Klischees bedient. Im slawischsprachigen Raum gibt es ebenso, wie im südlichen Raum Menschen mit sehr unterschiedlichen Aussehen.
Hier würde sich vielmehr eine individuelle Täterbeschreibung empfehlen, die neben Kleidung, Größe oder mutmaßlichen Geschlecht durchaus auch Hautfarbe oder Sprachfärbung beinhalten kann, ohne dieser aber eine pauschalisierende Herkunft zuzuweisen.
Sollte es sich bei den Tatverdächtigen tatsächlich um Personen aus Osteuropa bzw. mit osteuropäischen Migrationshintergrund handeln, so muss das keinesfalls ein rassistisches Motiv ausschließen.
Auf das Feindbild Flüchtling können sich Angehörige sehr unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen einigen, darunter durchaus auch viele Alteinwanderer und ihre Nachkommen. Beispielsweise ist ein größerer Teil der in der Bundesrepublik lebenden russischsprachigen SpätaussiedlerInnen durchaus deutschnational eingestellt und wählte bei den letzten Wahlen überproportional die rechtspopulistische AfD.

Deswegen meinen wir, dass die Polizei weiterhin in alle Richtungen ermitteln und nicht vorschnell ein Motiv ausschließen sollte.

ANMERKUNGEN
[1] st: Drei Verdächtige gesucht, Schwäbisches Tagblatt, 14.03.2017, http://www.tagblatt.de/Nachrichten/Drei-Verdaechtige-gesucht-324328.html

Burladingen: Alboffensive-Vortrag zur AfD am 10. März

Die Alboffensive veranstaltet am 10. März 2017 19 Uhr im Cafe des WIR-Projekt in Burladingen-Gauselfingen, Recksteinstraße 14, eine Vortragsveranstaltung zum Thema:
Rechtspopulismus als politische ‚Alternative für Deutschland‘?
Heimaterde Marke AfD
Versuche mit Rechtspopulismus auf Stimmenfang zu gehen gab es in Deutschland immer wieder. Lange Zeit waren RechtspopulistInnen damit aber nur regional erfolgreich. Seit 2013 gelang es der rechtspopulistischen „Alternative für Deutschland“ (AfD) in bisher zehn Landesparlamente, das Europaparlament und unzählige Kommunalvertretungen einzuziehen. Nun schickt die Partei sich an im Herbst 2017 in des Bundestag einzuziehen. Doch was ist überhaupt Rechtspopulismus? Durch was zeichnet er sich aus? Welche Motive führten zur Wahl der der AfD? Wie ist die AfD in Baden-Württemberg ausgerichtet? Wer sitzt da für die AfD im Landtag? Und wie könnte ein kritischer Umgang damit aussehen?
Diese und weitere Fragen wird Lucius Teidelbaum versuchen zu beantworten. Er ist Buchautor und freier Journalist mit dem Schwerpunkt auf der extremen Rechten und anliegenden Grauzonen.
Der kritische Vortrag zur AfD in Burladingen wird von der Alboffensive auch aus aktuellem Anlass veranstaltet. Das sind einerseits die hohen Wahlergebnissen der Partei in Burladingen und andererseits die augenscheinliche inhaltliche Nähe des Bürgermeisters zur AfD.

Der Vortrag wurde auch aus Gründen der aktuellen Entwicklung in Burladingen organisiert.
AO-Anzeige Burladingen

Mit Fakten gegen die Gerüchteküche

Um Vorurteile gegen Flüchtlinge zu schüren, kursieren diverse Gerüchte. Auch im Zollernalbkreis waren und sind mehrere negative Gerüchte über Flüchtlinge im Umlauf.
Dagegen wendet sich das Portal „http://hoaxmap.org/“.
Laut diesem finden sich im Zollernalbkreis die meisten Gerüchte in Meßstetten. Fünf Stück an der Zahl um genau zu sein.
flüchtlingsfeindliche Gerüchte in Meßstetten

Alboffensive-Solikonzert am 26. November in Hechingen!

Die „Alboffensive – Kein brauner Alb(t)raum“ veranstaltet am 26. November 2016 ein Punkrock-Konzert im JuZ Hechingen.
Beginn ist 20 Uhr, Einlass ab 19 Uhr.
AO-Konzert 26.11.16
Es spielen die Bands: „Arschwasser“, „Bauernbrot“, „Doggod“, „Skinner“ und „Space Heinkel“.
Eintritt gegen drei Euro Spende.

https://de-de.facebook.com/events/604103659796562/

Kommt, habt Spaß und bringt eure Freund*innen mit!

Burladinger Bürgermeister inhaltlich auf AfD-Linie – Konsequenzen notwendig

Mit seinen Online-Sympathiebekundungen auf Facebook für die AfD-Vorsitzende Frauke Petry [1], für diverse AfD-Gruppen, für Gruppen mit Bezeichnungen wie „Merkel muss weg“, „Aufwachen Deutschland“ oder „Ich bin stolz ein Deutscher zu sein“ und mindestens einmal auch für den Beitrag eines Aktivisten der extrem rechten „Identitären Bewegung“ hatte der Burladinger Bürgermeister eindeutig klar gemacht, wo er politisch steht: Ganz rechts außen.
Nun suchte der Burladinger Bürgermeister auch offline den Kontakt zur AfD und „drischt unverhohlen die Parolen der Rechtsnationalen“, so ein treffender Kommentar im „Schwarzwälder Boten“ [2]. Dieser berichtet über einen Text im Amtsblatt über den Antrittsbesuch von Hans Peter Stauch aus Reutlingen im Burladinger Rathaus. Stauch ist Landtagsabgeordneter für die AfD im Wahlkreis 61 Hechingen-Münsingen. Stauch und Ebert verstanden sich dabei offenbar prächtig. Das wundert kaum, da die beiden Herren einige inhaltliche Gemeinsamkeiten haben dürften. So wurde laut Amtsblatt-Text auch über die „Asylantenproblematik“ geredet. Ebert sei demnach froh, dass Burladingen nur wenige Flüchtlinge hätte aufnehmen müssen. Trotzdem beklagt er die „horrenden Ausgaben“ der Unterbringung und nennt es „ein Unding“, dass in Hechingen minderjährige Flüchtlinge in einer Klinik untergebracht worden sind. Wie bei Rechtspopulisten üblich stellt der Bürgermeister dabei die Gruppen der Ärmsten in Konkurrenz zueinander. Er beklagt, dass die minderjährigen Flüchtlinge angeblich ein „Internat mit Vollpension“ zur Verfügung gestellt bekämen, während andere Menschen im Kreis ihren Kindern das Schulmittagessen nicht bezahlen
könnten. Auf die Idee eine Unterstützung für ALLE Bedürftigen zu fordern kommt der Bürgermeister mit seiner nationalistischen Logik aber natürlich nicht.

Mit seinen Äußerungen hat sich der Burladinger Bürgermeister erneut als AfD-Fan geoutet. Sowohl seine Facebook-Likes als auch sein inhaltlicher Flirt mit der AfD sind ein handfester Skandal.
Ebert wurde aber nicht als bekennender AfD-Sympathisant zum Oberbürgermeister gewählt. Vielen Menschen in Burladingen dürften angesichts der offenen Sympathien des Bürgermeisters für eine rechtspopulistische Partei inzwischen Zweifel gekommen sein, ob ihre Stimme für Ebert gut angelegt war.
Andererseits kamen die jüngsten Skandale um Eberts politische Vorlieben gar nicht überraschend. Immerhin reihte sich in Eberts bisheriger Amtszeit ein Skandal an den anderen [3]. Besonders auffällig war dabei seine eklatante Sehschwäche auf dem rechten Auge.

Wir, die Alboffensive, haben genug von diesem Bürgermeister und fordern angesichts seiner jüngsten Eskapaden seinen sofortigen Rücktritt. Das wird er nicht ohne starken Druck geschehen. Diesen können nur die Burladinger Bürgerinnen und Bürger aufbauen. Hier hoffen wir auf Protest und Kritik aus Burladingen.

Moritz Elser, Pressesprecher der Alboffensive, kommentiert: „Die aktive Ignoranz des Burladinger Bürgermeisters gegenüber den rechten Umtrieben in seiner Stadt hat seit Jahresanfang eine Erklärung. Der Bürgermeister hat offenbar selber ein rechtes Weltbild. Er wurde aber von den Burladingerinnen und Burladingern nicht als AfD-Sympathisant gewählt. Somit muss er sein Mandat wieder zur Verfügung stellen.“

[1] Erika Rapthel-Kieser: Burladingen Grupp wählt Grün – und Ebert die AfD?, 10.03.2016, http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.burladingen-grupp-waehlt-gruen-und-ebert-die-afd.0e7c50fd-08ce-49c3-a267-6b6e182601bc.html
[2] Erika Rapthel-Kieser: Burladingen Bürgermeister schwingt rechte Parolen. 27.10.2016, http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.burladingen-buergermeister-schwingt-rechte-parolen.ecce657c-4b39-4096-885e-143389cce8de.html
[3] Siehe Pressemitteilung der Alboffensive vom 30. Mai 2015

Erntedankfeier der Landes-NPD fand offenbar im Zollernalbkreis statt

Anti-AfD
Für den 3. Oktober hatte die NPD und ihre Frauenorganisation „Ring Nationaler Frauen“ (RNF) eine Erntedankfeier angekündigt. In Rahmen dieser Veranstaltung sollte auch eine Landwirtin zum Thema „Landwirtschaft heute – Möglichkeiten jenseits der Industrie“ vortragen. Als Leiterin dieser Veranstalterin wurde Edda Schmidt aus Bisingen benannt.
Schmidt, die RNF-Landesvorsitzende und Beisitzerin im NPD-Landesvorstand ist, nutzte offenbar ihre Heimatregion für diese Veranstaltung. Denn wie eine Kurzmeldung der „Autonomen Antifa Freiburg“ vermeldete, fand die Erntedankfeier von NPD und RNF im Restaurant „Rosenhof“ in Rosenfeld bei Balingen statt.
Wir, die „Alboffensive – kein brauner Alb(t)raum“, halten diese Information für glaubhaft, auch wenn keine Quelle angegeben ist. Frühere Texte der „Autonomen Antifa Freiburg“ enthielten immer wieder Angaben, die fast alle verifiziert werden konnten, und die zum Teil sogar polizeiliche Ermittlungen anstießen.
Unklar ist, ob die BetreiberInnen des „Rosenhof“ von dem Charakter der Veranstaltung wussten. Denn es kommt durchaus vor, dass die anmietende Person die Hintergründe der Veranstaltung verschweigt. Auch solche scheinbar harmlose Veranstaltung wie eine Erntedankfeier werden bei NPD und Co. entsprechend politisch aufgeladen. Bei ihr sind es völkische Feiern, die mit Germanen-Mummenschanz und Abstammungs-Fetischismus verbunden werden. Zudem sind NPD- und RNF-Veranstaltungen auch immer Orte der Vernetzung und Selbstbestätigung im eigenen neonazistischen Weltbild.
Auch wenn die NPD nicht vom derzeitigen Rechtsruck bundesweit profitiert und bei den letzten Landtagswahlen kräftig Federn lassen musste, so ist sie doch weiterhin die wichtigste Organisationsstruktur im Bereich Neonazismus. Ihr Räume zur Verfügung zu stellen, heißt gewaltbereite Neonazis und ihre Fans zu beherbergen.
Wir, die „Alboffensive – kein brauner Alb(t)raum“, appellieren dringend an den „Rosenhof“ sich zu der Veranstaltung zu äußern und eine Wiederholung auszuschließen, andernfalls müssen wir von Sympathien für die NPD und RNF ausgehen.